und als Besatz der Ärmel, der Gürtel mit dem bis zum Boden hinabhangen-den Riemenstücke letztere Merkzeichen sind an dieser Plastik vergol-det-, schließlich die über das Kleid verstreuten goldenen Ähren. Diesesind als bäuerliches Sinnzeichen übergroß und mit je 7 kugelrunden Körnernsymmetrisch aufgebaut. Dadurch erinnern sie an den als 9- oder 7- Sprogestalteten Lebensbaum volkstümlicher Herkunft. Die Ähre wird, großgesehen, nachdrücklichst herausgehoben; dem bäuerlichen Künstler ist dieÄhre etwas sehr Wichtiges und, wenn man tiefer blickt, etwas Heiliges. Daßer die Ähre bei der nicht naturhaften Wiedergabe, ohne sich dessen rechtbewußt zu werden, nach Art eines Lebensbaumes gestaltete, können wir imHinblicke darauf gut verstehen.ex
Nun möchten wir gerne wissen, woher die Tonplastik stammt, wie altsie ist. Auf einem Zettel im Hohlraume der Figur ist von Pachingers Handvermerkt:„ Gnadenbild Maria im Ährenkleid bei dem St. Petersstifte( Peterskirche) in Salzburg. Tonmodellierung eines Landtöpfers um 1650.“Im Inventarverzeichnis Pachingers wird die Figur als Werk eines LinzerTöpfers angegeben.
Es verlohnt sich, an dieser Stelle über die Art der Wiedergabe derÄhren zu sprechen, da deren Kenntnis gelegentlich die Zuordnung gewisserBilder erleichtern könnte. Bei genauer Prüfung haben wir zwei verschiedeneGruppen zu unterscheiden: die erste umfaßt die naturnahe dargestelltenÄhren, die zweite die stilisierten Ähren.
I. Naturnahe dargestellte Ähren. Maria- Waasenkirche in Leoben a. d.Mur, 17. Jahrhundert.
II. Stilisierte Ähren.
1a Ähren nur angedeutet, lange Striche mit einigen Körnern daran.Soest, Zur Wiese, 15. Jahrhundert.
1b Ähren mit Grannen, aus spitzen Winkeln aufgebaut. Feldkirchen,B. A. Wasserburg, 1550, Bayern.
1 c Sehr lange, aber schmale Ähren, zweireihig mit ungefähr 30 Körnern,in geringer Anzahl. Tafelbild, 15. Jahrhundert, Stiftsgalerie St. Florian,Ober- Öst.
2. Flächenfüllende Ähren, mit Strukturandeutung im Inneren.
a Die Ähre als Doppel- Spitzoval; Mantel- Muttergottes in der Frauen-kirche in München um 1500.
b Blattartige Ähre mit Stiel; Freising, Klerikalseminar, Ende des 15.Jahrhunderts, Schweizer Holzschnitt um 1465, Berliner, a. O.; mit Grannendaran, Süddeutscher Holzschnitt um 1460, Berliner, a. O.
a, O.
c Blattartig ohne Stil. Niederländischer Holzschnitt um 1470, Berliner,
d Blattartig, mit Übergang zur naturnahen Darstellung. Zell am See,Salzburg, Friedhofkapelle, 17. Jahrhundert.
III. Kolbenartige Ähren, bestehend aus 3 Reihen von Körnern neben-einander; oft ist ein bestimmter Zahlenansatz bei den Körnern feststellbar.
3 Reihen von je 5 Körnern, Statue um 1500 in der Franziskanerkirchein Berchtesgaden; 3 Reihen von 5-7 Körnern, Stadt Salzburg: St. Peter,Franziskanerkirche; Maria Sorg; auf einem kleinen Bilde im Besitze vonFrau v. Watteck; 3 Reihen von je 10 Körnern, Schwaz, Franziskanerkirche,15. Jahrhundert; die Körner der mittleren Reihe sind kleiner, Fränkisch um1430, München, Nationalmuseum.
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