Schlußwort
Somit sind wir wieder in der Gegenwart angelangt, vielleicht auch amRande einer neuen Entwicklung der Grenzbevölkerung, die sich im Augen-blick noch nicht absehen läßt. Wieder haben, wie wir so oft an Hand derGeschichte dieser Landschaft beobachten konnten, äußere Verhältnisse neueGegebenheiten geschaffen, die in das Leben der Bevölkerung an der Grenzeeingreifen. Eines ist jedoch aus allem bisher Gesagten deutlich genug her-vorgegangen: Die Grenzlandmenschen selbst waren sich stets der Notwen-digkeit friedlichen Zusammenlebens von hüben und drüben bewußt und sinddurch gute und böse Zeiten und deren gab es wohlgenug eher mit-
einander als nebeneinander gegangen.
Aus diesem guten nachbarlichen Verhältnis entspannen sich die Wech-selbeziehungen, erwuchs jene innige Durchdringung beider Elemente ingeistiger und materieller Hinsicht, die wir hier darzustellen versucht haben.Möge das hier Zusammengetragene die Grundlage für weitere Forschungenbilden und somit zur Erschließung der Grenzlandprobleme beitragen.
Zu guter Letzt ist es mir eine angenehme Pflicht, dem Herausgeber,Herrn Univ.- Prof. Dr. Leopold Schmidt, im Namen aller Heimatfreunde denbesten Dank auszusprechen, daß er durch die Publikation der Arbeit dasProblem einer Grenzlandschaft einer breiteren Öffentlichkeit nahe gebrachthat, und damit hoffentlich nicht nur der Heimatkunde ein Dienst erwiesen,sondern für die Idee der Völkerversöhnung und des Friedens ein kleinerBeitrag geleistet worden ist.
Hohenau a. d. M., Sommer 1953.
Anton Schultes
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