läßt 124. Im Nockgebiet fanden sich jedenfalls auch nirgends bloße Scharen dieser Artmit Lochungen für ein einsetzbares Streicheisen( s. Abb. 25, Fig. 1 und 4).
Ein steiler und tiefer gestaffeltes, anders konstruiertes Pflughaupt, der gestreckt-gerade Hakenbaum des Arlgrindels und vor allem die Hinzunahme des sechartig wir-kenden Streicheisens"( bei gleichzeitigem Fortfall des selbständigen Furchenvorschnei-ders oder Riẞ) sind nur die wichtigsten Pflugmerkmale, die die Arl im Gurker Berg-land und Metnitztal, d. h. die Pfluglandschaft östlich des Hochrindelkammes bzw.der Ringhofgrenze kennzeichnen und damit eindeutig von der des Nockgebietes ab-setzen. Der bereits sich bei J. Burger d. A. abzeichnende Unterschied erstreckt sichim erstgenannten Fall auf ein Formenrepertoire, das wir bereits eindeutig den ArlnUnterkärntens zurechnen müssen. Freilich war es deutlicher erst aus den Unterlagenbei Karl R hamm zu ermitteln( vgl. Abb. 9) und unter Hinzunahme von Vergleichs-material zu stützen, das wir selbst lange nach Rhamm und O. Moro glücklicher-weise noch erarbeiten konnten( Nr. 29-74, besonders Nr. 34 ff.). Um diesen fürdie ostalpinen Arln besonders wichtigen, im Ganzen auch erheblichen Formenunter-schied entsprechend verdeutlichen zu können, haben wir die nachfolgende Beispielreihezur Arl des Nockgebietes durch einige Beispiele von Geräten aus der unmittelbar an-schließenden Pfluglandschaft Unterkärntens ergänzt und abgeschlossen( s. Abb. 25-31).
Es ist schade, daß wir dies bei den offensichtlich fließenderen Formengrenzen derNock- Arl gegenüber Oberkärnten außerhalb des Nockgebietes leider nicht nach dem-selben Prinzip einer ausreichend scharf markierten Abgrenzung von außen her tunkönnen. Für die an das Nockgebiet unmittelbar anschließenden Gebiete Oberkärntens,besonders für das Untere Drautal, das ganze Liesergebiet und den weiteren Lurngaureicht dazu das Material aus bisheriger Sammelarbeit nicht aus. Eine entsprechend exakteund genauere Nachsammlung etwa innerhalb des Bezirkes Spittal wäre u. a. besondersdringend und wünschenswert 125. Das Liesertal mit seinen Seitentälern, das hausbau-kundlich bereits eindeutig außerhalb des Ringhofgebietes liegt( s. Abb. 2), erweist sichnach dem bisher Vorliegenden in seinen Pflugformen nahe verwandt mit dem Nock-gebiet. Bei genauerer Analyse einzelner bisher erfolgter Dokumentationen freilich kündi-gen sich bei Riß und Arl unverkennbare Übergänge in den Einzelheiten an, die diedringliche Notwendigkeit vermehrter und genauerer Erhebungen auch in diesemNachbarbereich nahelegen, für den wir im übrigen auch eine besonders günstige Vor-aussetzung in der historischen Quellenlage gegeben sehen. Schwieriger liegen die Ver-hältnisse wieder entlang den Südgrenzen der einstigen Ringhofverbreitung. Wir wis-sen seit Oswin Moro, daß diese Ringhoflandschaft bis vor 50 Jahren etwa noch nahean die Umgebung der Stadt Villach herangereicht hat; Kadutschen bei Bleiberg undWollanig waren ihre südöstlichsten Positionen 126. Eigene Erhebungen konnten weiters
124 Dazu vgl. Karl Rhamm, Beiträge II/ 1, S. 986 f.; Boris Orel, Ralo na Slovenskem.In: Slov. Etnograf VIII, 1955, p. 32, Tafel III, Abb. 6, und p. 43(„ rezáunca" oder„ štónga“,St. Daniel im Kobansko/ Bocksruck); H.-C. Dosedla,( OVA, Lfg. 6/1), Kommentar S. 40( Type 1.4.2).
125 Helmut Prasch hat hier für das Bezirksheimatmuseum Spittal/ Dr. und dessen um-fangreiche Sammlung an Pfluggeräten entscheidende Vorarbeit geleistet. Es wäre jedoch derenAufarbeitung und nähere Bestimmung allein schon wünschenswert, um die Sammlung für dievergleichende Pflugforschung nutzbar zu machen; vgl. Helmut Prasch, Der alpine Menschund sein Zeug. Inventar d. Bezirksheimatmuseums Spittal/ Drau, Spittal 1970, S. 5; derselbe,Bäuerliche Volkskunde Oberkärntens( wie Anm. 72), S. 47-50. Oskar Moser, Die„ Stangenarl"
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Ein Pflugtyp in den südlichen Alpenländern. In: Festschr. Wilhelm Hansen,Münster i. W. 1978, S. 135-144.
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126 Vgl. Oswin Moro, Villach in der Kärntner Volkskunde. In: Car. I 1941, S. 495 f.;