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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
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FORSCHUNGSZIEL UND AUSGANGSLAGE

Die erste für uns bedeutsame Feststellung zur regionalen Sonderstellung der Arlim Nockgebiet verdanken wir wohl kaum zufällig einem der bedeutendsten Agrar-pioniere des Landes, nämlich dem aus Wolfsberg im Lavanttal stammenden Arzt undProfessor für Landwirtschaftslehre am Klagenfurter Lyzeum, Dr. Johann Burgerd. A.( 1773-1842) 19. Burger unternahm im Jahre 1809 eine landwirtschaftliche Stu-dienwanderung durch das Wimitz-, untere und obere Gurktal bis nach Kleinkirch-heim und kehrte über Gnesau, Feldkirchen und das Glantal nach Klagenfurt zurück 20.Er überläßt es anderen, diese Gegendwie er sagtausführlich zu beschreiben undvon dem eigenthümlichen Charakter ihrer Bewohner, ihren Sitten und ihrer Cul-tur ein Gemälde zu entwerfen, beschränkt sich vielmehr auf einige flüchtige Bemer-kungen", die er sich dabei über Bodenarten, Anbausysteme, landwirtschaftliche Neue-rungen( Kleebau, Kartoffelbau), Dünger- und Stallwirtschaft, über die Hofanlagenund eben auch über das Ackergerät der Aarl" sowie sonstige Auffälligkeiten auf-zeichnete 21. Diese seine Beobachtungen veröffentlichte Johann Burger später in derneu erscheinenden Carinthia" des Jahres 1813 und liefert damit sachkundige Bemer-kungen eben auch über den Gebrauch und die Ausstattung bzw. Zurichtung der Arl.Burger ist damit übrigens der erste, der die besondere Eigenart dieser Ringhofland-schaft zwischen Reichenau und Bad Kleinkirchheim erkennt, ihre Schönheit würdigtund die Hofanlagen selbst in einer treffenden Kurzbeschreibung hervorhebt 22. Auchdie als Ackergerät hier allein übliche Arl beurteilt er sachkundig und mit dem Blickdes dem Fortschritt zugewandten, kritischen Agronomen. Für uns besonders wichtigaber ist die Tatsache, daß Burger dabei gerätekundlich vergleichend vorgeht. So be-richtet er aus dem unteren Gurktal zwischen Straßburg und Weitensfeld folgendes:" Hier herum sah ich zuerst an der Aarl eine Art Messer, welche zugleich als Sech-eisen und Streichbrett dient. Der Pflug 23 ist in diesen Gegenden ganzund garunbekannt, und ich fand viele Bauern, die dieses Werkzeug nicht einmal dem Na-men nach kannten." 24

Schon hier merkt man deutlich, daß sich Burger vor allem für Änderungen undNeuerungen der Pflugausrüstung interessiert. Hier hält er, wie noch zu zeigen sein

19 Zu Johann Burger d. A. vgl. den Nekrolog von Heinrich Hermann, Carinthia1842, Nr. 16 und 17; Constantin von Wurzbach, Biographisches Lexikon 2, Wien 1857,S. 215-217; Karl Dinklage, Geschichte der Kärntner Landwirtschaft, Klagenfurt( 1966),S. 182 f.

20 Br.( Joh. Burger), Landwirthschaftliche Bemerkungen auf einer Reise von Klagen-furt durch das Gurkthal nach Kleinkirchheim, Feldkirchen und zurück. Im August 1809.Carinthia 1813, Nr. 6 und 7( 2 Teile).

21( Joh. Burger), ebenda Nr. 6.

22 Ebenda Nr. 6.

23 Gemeint ist hier der unsymmetrisch gebaute, einseitig wirkende sogenannte Beetpflug,der volkssprachlich als Pflug" von der Arl" unterschieden wird.

24( Joh. Burger), ebenda Nr. 6.

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