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Riß und Arl im Kärntner Nockgebiet : ein Beitrag zur Topographie der altständigen Pfluggeräte in den südlichen Ostalpen
Entstehung
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forschung vor allem dieser bergbäuerlichen Kulturlandschaft, ihren Menschen und derenkulturellem Habitus gewidmet 13 und konnte dabei zeigen, daß mit diesem Landschafts-raum über die besonders augenfälligen Großformen von Siedlung, Hof und Haus hinausein weitreichend eigenständiges Gepräge der gesamten Volkskultur zusammengehört, inder die physischgeographischen, historischen und humangeographischen Dominanzen sichnicht zuletzt auch an einer ganzen Reihe von strukturell typischen Kulturmerkmalen ab-lesen lassen. Moro hat dafür neben dem Ringhof 14 mit dem meist zweigeschossigen,ganz in Blockbau errichteten Wohnhaus( Rauchstubenhaus) und mit dem kunstvollund zierhaft gestalteten Speicherbau 15 die weibliche Kopftracht des Bänderhutes"und den Knaben- und Burschenbrauch des Ringens", einer altertümlichen Form desKleiderringens, geltend gemacht 16. Man könnte dazu aber noch manches weitere alsebenso landschaftstypisch anführen: etwa die dichte und inselhafte Verbreitung derDachstollentruhe gerade in diesem Raum 17, das Ausbleiben typisch volksbarocker Kul-turelemente und die Beibehaltung renaissancehafter und z. T. älterer Züge beim Mö-bel wie in Tracht, Brauch oder Volksschauspiel, die sich offenbar auch aus einem hierzähe festgehaltenen( Krypto-) Protestantismus erklären 18. Nicht zuletzt scheint einsolches landschaftliches Sonderelement auch für die bäuerliche Geräte- und Arbeitsweltund hier vor allem für das wichtigste Ackergerät des Pfluges gegeben zu sein. Es stelltsich die Frage, wieweit sich gerade die letztgenannte Behauptung nun tatsächlich er-härten und am Sachmaterial selbst beweisen ließe.

Der Einstieg dazu wird uns in der Tat durch zwei günstige Umstände erleich-tert. Zum ersten gibt es gerade für unser Pfluggerät schon eine relativ frühe und aus-sagekräftige Feststellung, die sich auf die Zeit um das Jahr 1809 bezieht, und zumzweiten hat eben Oswin Moro die Arl" und ihre Verwendung bei der Ackerarbeitim Nockgebiet, und zwar an wichtigen Proben und Beispielen aus St. Oswald ob Klein-kirchheim, bereits aufschlußreich beschrieben. Hier kann es also nur darum gehen, vondiesen beiden Positionen aus zu untersuchen, wie weit und inwieferne sich das dabeiermittelte Sachbild von der vergleichenden Pflugforschung her tatsächlich als Regional-typ der Arl in Mittelkärnten erweisen und festlegen läßt und wo zum zweiten seinesachlichen und räumlichen Grenzen zu finden sein werden.

Moro, Hof und Arbeit in Kleinkirchheim und St. Oswald, ebenda S. 118-180. Dasselbedurch zahlreiche Abbildungen und Zeichnungen bereichert bei Oswin Moro, Volkskundlichesaus dem Kärntner Nockgebiet, Klagenfurt 1952, S. 183–292.

13 Zu dem vorigen vgl. noch Oswin Moro, St. Oswald ob Kleinkirchheim Menschen/Sitte/ Jahrlaufbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Jahrlaufbrauchtum. Ein Buch vom Kärntner Bergbauerntum(= Arch. f. vaterländ. Gesch.u. Topographie 34/35), Klagenfurt 1951. Vgl. ferner Viktor von Geramb, Oswin MoroEin Gedenken( mit Bibliographie). In: Car. I 1941, S. 519–549.

14 Oswin Moro, Hof und Arbeit², in: Volkskundliches( wie Anm. 12), S. 188-239;Oskar Moser, Das Bauernhaus und seine landschaftliche und historische Entwicklung inKärnten( Kärntner Museumsschriften 56), Klagenfurt 1974, S. 101-104 und 172.

15 Oswin Moro, Volkskundliches( wie Anm. 12), S. 194-211; Oskar Moser, DasBauernhaus( wie Anm. 14), S. 120-126.

16 Dazu siehe Oswin Moro, Villach in der Kärntner Volkskunde. In: Car. I 1941,S. 495-497.

17 Vgl. Oskar Moser, Kärntner Bauernmöbel. Handwerksgeschichte und Frühformenvon Truhe und Schrank, Klagenfurt 1949, S. 81-91; derselbe, Die Kärntner Dachtruhen undihre Verwandten in den Volkskulturen Europas. In: Die Kärntner Landsmannschaft, Jgg. 1979,Heft 10, S. 31-37.

18 Vgl. Oskar Moser, Wohl in der Wiederschwing Eine Landschaft Kärntens, diedie Volkskunde erschlossen hat. In: Die Kärntner Landsmannschaft, Jgg. 1960, Heft 1, S. 1 f.

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