faciunt temporibus indebitis sicut diebus festivis." Und BruderMichael von Janovyecz, ein Mönch von Trzemeszno, schreibt Endedes fünfzehnten Jahrhunderts in seinem Codex:„ Item monemusvos firmissime ut non ambuletis per equam po kobylice, Szkobyliczą et si de alijs parochijs ad vos veniunt, nolite eis quar-tenses dare et hoc sub anathemate iubemus 55).
VI.
Zum Abschluß sei noch bei aller Kürze versucht, die be-sprochenen Tiergestalten in den größeren Rahmen der Masken-bräuche der Nachbarvölker einzuordnen.
Die polnische Verbreitung des Turs 56) hat seine Fortsetzungauch südlich der Karpaten im slovakischen Raum 57). Auch imungarischen Volksbrauch der Winterszeit wird von den Regös einLied von einem Zauberochsen gesungen 58). Nach dem Osten zutaucht der Tur wieder als Fruchtbarkeitssymbol in den Hochzeits-liedern in Wolhynien, in Podolien und in der Ukraine auf 59).Sehen wir uns aber in altrussischen Quellen nach einem Tur um,so finden wir aus dem Jahre 1636 einen Bericht von neun Priesternin Niżnij- Novgorod an den Patriarchen Joasaf I., in dem die unsinteressierende Stelle lautet:„ Sie veranstalten von Weihnachtenan bis zum Epiphaniasfest in den Häusern BelustigungenUnd sie machen, Hochwürdiger Herr, aus Bast Pferde und Auer-ochsen und schmücken sich mit Leinwand und seidenen Tüchernund hängen dem Pferde Glöcklein an, aber ihre Gesichter ver-decken sie mit behaarten und tierförmigen Masken und ziehenentsprechende Kleider an und hinten befestigen sie Schwänze, wiesichtbare Teufel, und zeigen die Schamteile, allerlei Teuflischesmit widriger Stimme sprechend,... Am Sechsten Donnerstagnach Ostern, am Tage der Himmelfahrt Christi... die Bären-führer mit den Bären und tanzenden Hündinnen und die Narrenund Schauspieler in Masken und mit schändlichen Ausrüstungen,mit Schellentrommeln und mit Trompeten und mit allerlei satani-
55) Aleksander Brückner, Über die älteren Texte des Polnischen( Archiv für slavische Philologie, Bd. X, Berlin 1887, S. 385).
56) Eine wertvolle Literaturzusammenstellung zu den Tiergestaltenbringt Kazimierz Moszyński, Polesie wschodnie, Warszawa 1928, S. 241 f.Eine weitere Fundgrube ist der verdienstvolle Registerband derZeitschrift Lud( Band XL, Poznań 1953), weshalb in dieser Arbeit auf dieLud- Aufsätze nicht verwiesen werden mußte.
57) Rudolf Bednarik, Zvykoslovné pramenie výtvarného prejavuslovenského. Turč. Sv. Martin 1942, Abb. 2( Čičmany) und Abb. 3( Lutysa).
58) Károly Viski, Volksbrauch der Ungarn. Budapest 1932, S. 22 f.59) Oskar Kolberg, Lud, Kieleckie, Teil I, 1881, S. 44 f.
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