befestigte einen Strick daran. So zog man das Brett durchs Dorfund machte vor jedem Hause halt, wo eine Tochter ledig ge-blieben war. Man wurde mit Brannt- oder Apfelwein bewirtetZuletzt wurde das Brett versteigert und der Erlös verjubelt. Esgeschah auch, daß man einem Mädchen, welches keinen Mannbekommen hatte, einen Strohmann aufs Dach setzte, und einHauswirt, der für die Masken nie etwas übrig hatte, fand oftseinen Wagen auf dem Hausdach vor.
Die Überlieferung der Maskenbräuche in Cerkno wurde vomersten Weltkriege unterbrochen und, da es 1918 an Italien abge-treten wurde, auch später nicht mehr aufgenommen. Man ist nunbemüht, da das Küstenland 1945 zu Slovenien zurückgekehrtist, die ,, laufarji" wieder zu beleben. Das Ethnographische Mu-seum in Ljubljana hat aus der alten Überlieferung bloß dreiHolzmasken gerettet.
3. Der Unterkrainer Boden
Das Tal von Dobrepolje
Im Tal von Dobrepolje, wo der Karst immer zudringlicherzu Tage tritt und die Bevölkerung in großer Masse im Heim-gewerbe( Holz- und Töpferwaren) das tägliche Brot erwerbenmuß, haben sich als Fasnachtsbrauch bis zum letzten Kriege die,, máčkare" erhalten 18).
Es gab zweierlei„ mačkare“:„ ta lépe"( die Schönen) und,, ta grde"( die Häßlichen) einerseits und ta gospojske"( dieNoblen) andererseits.
Volkskundlich interessant sind nur die ersteren, sie warenauch die beliebtesten. Ihre Hauptgestalten waren:„, mo ž"( derMann),„ b a ba"( das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag Weib),„ grba" oder„ grbec"( eigentlich:grda, grdec der Höckerige, richtiger: der Häßliche) und derKurent 19).
Die schönste Maske war der„ Mann“. Er trug ein weißesHemd über der Hose, Krawatte und Gürtel, und die Füße stakenihm in Stiefeln. Die Maske war grotesk. Das allerschönste anihm aber war die Kopfbedeckung. Sie war unter dem Namen
18) Die Angaben aus: Tone Ljubic, Ljudska umetnost v Dobré-poljah( Volkskunst in Dobrepolje). Ljubljana 1944, 48-54.
19) S. Anm. 8. Aus älteren Berichten geht hervor, daß der Kurenttatsächlich in fast ganz Slowenien die zentrale Fasnachtsgestalt war.So ist er 1854 in Zelezniki in Oberkrain bezeugt, wo er, in alte Pelzegehüllt, mit einer Maske vor dem Gesicht, mit einem alten Hute undBockshörnern auf dem Kopfe auf einem Schlitten im Umzuge durch dasDorf geführt wurde( Narodopisje Slovencev, 1. c. 316--317).
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