den. Viele der Höllen legen diesen Schluß sehr nahe. Auf dembereits erwähnten Bild Pieter Breughels in Wien sind zwei spie-lende Rotten dargestellt.
3. Die Zeit der Türme als Höllen und der wollenen Kleider
( 1493-1499)
Im Jahr 1493 wurde eine Lösung gefunden, die das Interesseam Schembartlauf neu erweckt. Das drückt sich auch in dem denMetzgern gezahlten Preis aus, der bis auf 20 fl. hinaufschnellt.Es wird nunmehr ein ritterliches Spiel aufgeführt, bei dem ein alsHölle mitgeführter Turm erstürmt wird. Wieder ist nicht klar,ob solche Türme oder Schlösser nur 1493 und 1495 mitgeführtwurden, in den folgenden Jahren sind sie jedenfalls nicht mehrabgebildet.
Moser hat einige Belege für dieses ritterliche Spiel zusammen-gestellt 2): Burghausen 1524.„ An dem weissen sonntag als dieburger vnnd knecht den daber an dem platz gesturmbt haben...“München 1530( anläßlich des Besuches Karls V.).bis zuhundert stuck püchsen und scharffmetzen, die sind all auf einschlosslen, so derhalben auffgericht gewest, und offt mit demkriegsfolck gestürmt oder angelaufen ist worden, abgeschossenund ain gut tayl haben getroffen."
Die Kleidermode hat sich in diesem ersten Jahrzehnt derRegierung Maximilians I. gründlich geändert. Ab 1495 erscheinenbreite Schuhe, die Schnabelschuhe sind verschwunden. Es wirdausdrücklich in den Schembartbüchern erwähnt, daß ab 1493wollenes Tuch und Koller getragen wurden. Eine Neuerung sindauch die geschlitzten Kleidungsstücke.
4. Die Zeit der Höllen von theatergeschichtlicher Bedeutung undder Straußenfedern( 1503-1539)
Die auffallendste Neuerung in der Kleidung sind dieStraußenfedern, die, wie Deichler in seiner Chronik versichert,obrigkeitlicher Bewilligung bedurften, um in der Fastnacht auf-scheinen zu können. Von 1517 bis 1524 wurden Barette mitStraußenfedern getragen. Goldketten, die bereits 1488, 1495 und1496 getragen wurden, erscheinen 1503, 1506, 1510, 1514, 1516, 1524,1539; ebenso Laubkränze, die zuerst 1497 auftauchten, in denJahren 1509, 1511, 1513, 1514. Die Tracht ist häufig mit Bändernbelegt und( ab 1508 immer) geschlitzt, sehr häufig ist sie mi- parti.Ab 1514 wird Atlas erwähnt. Die Tracht von 1539 ist die spani-21) Moser 1933.
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