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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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prachten 75). Was ihre Bewährung in Kriegszeiten anbelangt.so waren die Metzger von Haus aus robuste und schlagkräftigeNaturen, deren zunftmäßiger Aufzug mit den Schlächterbeilenan sich ein kriegerisches Bild bot, so daß die Verbindung zumTyp solcher Kriegssagen nahe genug lag.

Es spricht viel für die Glaubwürdigkeit der Privilegisierungder Nürnberger Fleischhacker nach dem Aufruhr von 1349 gegen-über andern Handwerksverbänden, denen damals die öffentlicheDarbietung ihrer Brauchtraditionen unmöglich gemacht wurde.Sie betrifft aber offensichtlich noch nicht den Maskenaufzug desSchembart, der dem Metzgertanz tatsächlich erst 1449 zugewachsenzu sein scheint, und zwar, grundsätzlich verschieden von demälteren niederdeutschen Schodüvellopen 76), als Produkt einereuropäischen Zeitmode, die auf dem Wechsel von höfischen zubürgerpatrizischen Maskenveranstaltungen basiert und mehr derFrührenaissance als dem Mittelalter zugehört. Ihr und nicht eineragrarkultischen Brauchsphäre entstammt das den Schembartcharakterisierende Maskenwesen. Es kann das hier nicht, wie esnötig wäre, im Einzelnen dargestellt werden. Doch soll wenig-stens auf die höfischen Maskenspiele in England verwiesen sein,über die von 1347 an genau geführte Garderoberechnungen auf-schlußreiche Angaben über bestimmte, jeweils gleichartige undin gleicher Zahl auftretende anthropomorphe und theriomorpheMaskenformen bieten 77). Dort kommen u. a. 1348 erstmals, XIIcapita de wodewose" vor, also Gesichtsmasken für woodhouses"oder, wilde men", wie sie später heißen, die in brauchförmlicherParallele zu den Bildteppichdarstellungen und den heraldischenFigurationen für drei Jahrhunderte zu stehenden Maskengestal-ten wurden. In Frankreich waren 1394 auf einem Maskenballder König( Karl VI.) und seine Hofleute als Waldmänner ge-kleidet und sie fingen durch eine Ungeschicklichkeit Feuer, einEreignis, das als häufig verwendete Tendenzsage gegen dasMaskenwesen auch in Deutschland lange weiterlebte, bis diesedurch einen ganz ähnlichen, später noch zu erwähnenden Vorfallbei einer Wilden- Mann Glossar ::: zum Glossareintrag  Mann- Verkleidung Adeliger im schwäbischenWaldenburg 1570 abgelöst wurde. Dann hielt seit 1344 Edward III.zu Windsor Feste der Tafelrunde mit romantischen Verkleidun-gen, und Philipp von Frankreich ahmte sie sofort nach, um, wieüberliefert ist, die italienischen und deutschen Ritter an den Hof

75) Chroniken der deutschen Städte, Bd. 3, S. 141.

76) Im Gegensatz zu Rudolf Siemens, a. a. O. S. 28 f.

77) Rudolf Brotanek, Die englischen Maskenspiele(= WienerBeiträge zur englischen Philologie XV). Wien- Leipzig 1902, S. 1 ff.

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