umbra als„ varender man“ erklärt ist. Maskenbrauch im Bereichder fahrenden Leute schon vergangener Zeit, vielleicht derantiken Welt, nennt Clm. 18439 aus Tegernsee, 15. Jh., f. 174 vb:Histrio i( dest) gesticulator ioculator qui diversos gestus ethabitus diversorum insuper appobenant larvas[ im Text latrias]representationes[ sic, statt repraesentatores] comediarum quirecitacione larvas sue faciei apponentes representabant gestus ethabitus diversorum in super apponebant larvas( im Text latrias]sue faciei." Die Interpretation d) nennt außer Dämonenmaskennoch Tiermasken. Solche werden aus zeitgenössischen Quellennoch zu nennen sein. Eine weitere Verwendung eines Masken-bildes belegt ein in Nr. 4 enthaltenes, 1468 in Indersdorf ge-schriebenes Vokabular nach Stoffgruppen unter„ De nominibusrusticorum et institutionum et rerum et vasorum rusticalium":,, Larua Schein vel Schuich est simulachrum concavum et horribilesive ymago concava vel horribilis hominis vel alterius animalisa( d) terrendum pueros de p....( deciptum, bzw. depicta?). Etquod erigitur in segetibus ad terrendum volucres et feras fugan-dum." Hier paẞt in den Zusammenhang der Bauerngeräte nur diezweite Erklärung Schuich als Vogel- und Wildscheuche. Die ersteBedeutung wurde wohl aus dem Vocabularius ex quo über-nommen, hier deutlicher gekennzeichnet als ausgehöhlte, schreck-hafte und, wenn die fragliche Lösung stimmt, bemalte Menschen-oder Tiermaske. Für die Richtigkeit dieser Lösung spricht der( in dieser Formulierung einmalige) Text von Clm. 26951, un-bekannter Herkunft, 15. Jh., f. 102 r:„ larpha dicitur esse depictafacies ad abscondendum"( zum Verbergen).
Maskenzeugnisse in theologischen Handschriften des15. Jahrhunderts
Es fragt sich nun, welche Maskenbezeichnungen, wie undwofür, in der Praxis verwendet wurden. Gegenüber der Mengedes noch durchzuarbeitenden Handschriftenbestandes ist das hiergebotene Belegmaterial noch spärlich. Aber es möge Anreiz undFingerzeige zu weiterem Suchen geben.
Als Beispiel aus der Übersetzungsliteratur: Die in sechs deut-schen Handschriften der Bayerischen Staatsbibliothek vorliegendeSumma confessorum des Johannes von Freiburg enthält einenAbschnitt„ Von den Spielen, die von der Heiligen leben getanwerden" und in ihm ist auch von ihrem Mißbrauch und von pro-fanen Spielen die Rede. Dieser Abschnitt lautet in einer von dem, honestus vir Johannes Leytner de Schlyers( ee)" 1497 dem KlosterTegernsee geschenkten Handschrift Cgm. 256( f. 161 va) folgender-maßen:„ Spil die vnss bedewtn das Leben vnfers herrn ihesu
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