richter Selbstverständliches in den betreffenden Belegen nichteigens angeführt wird.
Im Einklang mit Leopold Schmidts Forderung, daß jedesvolkskundliche Objekt nach seiner Erscheinung, seiner Geschichteund seiner Funktion zu untersuchen sei 14), wird hier von dengeschichtlichen Bezeugungen aus, in denen ja das äußere Erschei-nungsbild häufig zumindest angedeutet ist, vor allem auf dasfunktionale Moment Wert gelegt, auf die Zugehörigkeit zu denBereichen des Volksbrauchs, geschieden nach bürgerlichen undbäuerlichen, des höfischen Festbrauchs, des Prozessions- undTheaterwesens, zumal des Volksschauspiels, Aus der Funktionergibt sich auch die jeweils zeit- und raumgebundene Bedeutungder Maske, deren konkrete Variabilität klar werden zu lassendem Verfasser eine ebenso wichtige Aufgabe erscheint wie diehäufigere Fragestellung nach dem abstrakten„ Ursinn" des Mas-kenwesens schlechthin. Im übrigen muß betont werden, daß essich um eine erste, vorläufige und noch unvollständige Bericht-erstattung handelt. Abschließendes wird erst sehr viel später zusagen sein, wenn einmal die Ergebnisse aus einer Unmenge nochzu bearbeitender Quellen, vor allem aus den Archiven, mitheran-gezogen werden können.
Zeugnisse aus früh- und hochmittelalterlichen Quellen
Aus vorgeschichtlicher Zeit ist es in dem obenbezeichnetenRaum nichts den von Leopold Schmidt herangezogenen öster-reichischen Funden 15) Vergleichbares zutage gekommen 16) und sohat die Darstellung mit den Zeugnissen des Mittelalters einzu-setzen.
Daß die alte heidnische Glossary ::: show glossary-entry heidnische Kalendenfeier, für die einem vielbezeugten und auch wiederholt behandelten literarischen Über-lieferungsstrom nach das„ cervulum et vetulam- vitulam facere"charakteristisch ist, auch für die Volksstämme in Bayern Gel-tung hatte, läßt sich aus einigen, allerdings noch nicht eindeutig
14) Leopold Schmidt, Die Volkskunde als Geisteswissenschaft(= Handbuch der Geisteswissenschaften, Bd. 2). Wien 1948, S. 28.
15) Wiener Maskenwesen, Anm. 5 und 9. Dazu auch L. Kretzen-bacher, a. a. O. S. 236 ff.
16) Nach freundlicher Bestätigung durch den Prähistoriker_desBayerischen Landesamts für Denkmalpflege Herrn Abt.- Dir. Dr. Wer-ner Krämer.- Die sieben als„, hellenistisch" und„ orientalisch Glossary ::: show glossary-entry orientalisch" be-zeichneten Gesichtshelm- Masken römischer Reitertruppen aus der Zeitvor dem Alemanneneinfall i. J. 260, die 1950 in Straubing gefundenwurden, können für unseren Zusammenhang außer Betracht bleiben.Vgl. dazu Josef Keim- Hans Klum bach, Der römische Schatzfundvon Straubing(= Münchner Beiträge zur Vor- und Frühgeschichte,Bd. 3). München 1951, S. 10 f., 13 ff..
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