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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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Die Turon- Böcke weisen aber auch schon nach Polen hinaus,von Galizien hat sie einst das Österreichische Museum für Volks-kunde gesammelt 300). Bock- und Pferdchen- Maskierung des Kar-pathenvorlandes sind uns also noch aus der altösterreichischenForschung wohlvertraut. Die neuere polnische Forschung hat dieErhebung im ganzen Lande fortgesetzt, Adolf Mais hat die dies-bezüglichen Quellenstellen sorgfältig gesammelt und daraus dieVerbreitung dieser Maskentypen bis nach Ost- und Westpreußenhin festgelegt. Dort ist ja der Anschluß an die frühere deutscheForschung, beispielsweise an Schnippel 301) und an Riemann 302)möglich. Die polnische Forschung hat sich aber auch den anderenMaskentypen zugewendet, beispielsweise den Strohverkleidungen,wie sie etwa Tadeusz Seweryn 1954 beschreibt und abbildet 303:Zwei mit Strohwülsten umwundene Brauchspieler, Spitzgeflecht-kappen auf dem Kopf, Heischekörbe in der Hand und Pelzmaskenvor dem Gesicht. Da ließen sich nun die weiteren Zusammenhängenach dem Norden wie nach dem Westen unschwer andeuten. DieWenden- Volkskunde kann sich der geflochtenen spitzen Kopf-aufsätze annehmen, die nach Westen wie nach Osten weisen 304).Eine ausgreifende Verfolgung dieser besonders weit verbreitetenMaskentype würde einen weiten Teil Mitteleuropas umfassen 305).Aber das mag zu Beendigung unserer Rundschau hier nur ange-deutet sein.

Für diese Rundschau steht Österreich im Mittelpunkt. Wennwir hier vom südlichen Mitteleuropa aus etwas weiter ausblicken,zum Westen und Süden auch den Osten und Norden mit heran-ziehen, dann deshalb, um die uns gestellte Aufgabe deutlicher

300) Vgl. Ludwig Mlynek, Konik, Turon, Mis, Koza Bokkus. Tier-Kultus in Galizien( Zeitschrift für österreichische Volkskunde, Bd. IX,Wien 1904, S. 108 ff.).

301) E. Schnippel, Ausgewählte Kapitel zur Volkskunde von Ost-und Westpreußen. 2 Bde. Danzig 1921 ff.

302) Erhard Riemann, Ostpreußisches Volkstum um die ermländischeNordostgrenze. Königsberg/ Pr. 1937.

Weiteres polnisches Museumsmaterial:Maria Znamierowska- Prüfferowa, Ochrona zabytkow kulturyludowej( Muzeum Miejskie w Toruniu, Dzial Etnograficzny, o. Nr.)Warschau und Thorn, 1947. S. 34, Abb. 42,, Turon".

303) Tadeusz Seweryn, Zakres przedmiotowy sztuki ludowej( Polskasztuka ludowa, Bd. VIII, 1954, Nr. 5, S. 267).

304) Karl Brunner, Ostdeutsche Volkskunde. Leipzig 1925. S. 152,Abb. 46. Ernst Otto Thiele, Sinnbild und Brauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Brauchtum. Volkskunst ineinem deutschen Gau. Potsdam 1937. Abb. 125 auf S. 139.

305) Man kann aber noch weiter nach dem Westen hinausweisenund die strohgeflochtenen Tanzmasken der Männer heranziehen, diebei Hochzeiten in Mayo, Westirland, getragen wurden. Vgl. Haberlandt,wie Anmerkung 231, S. 621, Abb. 375.

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