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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
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5. Tirol

Die Maskenforschung in Tirol hat in den letzten Jahren vielneuen Ertrag gebracht. Vom Osten her gesehen, bietet sich zu-nächst das Zillertal dar. Hier hat Erich Hupfauf Maskenbrächebeim weihnachtlichen Zeltenanschneiden" festgehalten 245). AntonDörrer hat versucht, das ganze Zillertaler Volksschauspielwesenzu erfassen 240). Dörrers großes Schemenmaskenwerk war bereitsmehrfach zu erwähnen 247). Daneben hat es weiterhin nur Streu-aufzeichnungen gegeben, so die der Essighexe" von Rinn durchRudolf Petrowitz 248).Mit den verschiedenen Maskengestalten desmittleren Inntales hat sich Karl Ilg beschäftigt und den Feder-schmuck der ,, Tuxer" zu anderen Hutfedern gestellt 249), in Wei-terführung der Gedankengänge Ilka Peters um die Schneid-feder 250). Josef Ringler hat die prachtvollen Aquarelle derThaurer Zottler in sehr guten Farbwiedergaben zugänglich ge-macht und als Gegenstücke zu den bemalten Papierkrippen-figuren dieser Dörfer dargetan 251).

Von Tirol ein Blick zunächst über den Fernpaß nach demNordwesten, in den Allgäu hinaus. Da die bayerischen Maskenweder für sich, noch in ihren Zusammenhängen mit den alpen-

245) Erich Hupfauf, Zillertaler Bräuche und Meinungen( TirolerHeimatblätter, Bd. XXV, 1950, S. 184).

246) Anton Dörrer, Zillertaler Volksschicksale, gesehen an denSchicksalen ihrer Schauspiele( Festschrift für Moritz Enzinger,Schlern- Schriften Bd. 104, Innsbruck 1953, S. 25-52).

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247) Nach Dörrers Tiroler Fasnacht- Buch erschien noch seinespezielle Darstellung: Imster Schemenlauf( Imster Buch, Schlern-Schriften. Bd. 110. Innsbruck 1954. S. 12t ff.), mit ausgezeichneten Licht-bildern von Witzig in Winterthur.

248) Rudolf Petrovitz, Die Essighexe von Rinn( ÖsterreichischeZeitschrift für Volkskunde, Bd. III, Wien 1949, S. 106), mit 1 Abb.

249) Karl Ilg, Tuxer- und Saltnerschmuck. Ein Beitrag zur alpen-ländischen Volks- und Maskenkunde( Jahrbuch des ÖsterreichischenAlpenvereins, Bd. 76, Innsbruck 1952. S. 132 ff.).

Vgl. dazu die Kritik durch Anton Dörrer, Imster Schemenlauf( wie Anmerkung 247, S. 130), mit Hinweis auf Schilder- und Wappen-schmuck.

250) Ilka Peter, Die Schneidfeder"( Mitteilungen der Gesellschaftfür Salzburger Landeskunde, Bd. XC, 1950, S.

Vgl. dazu jetzt die stoffreiche Kritik Haberlandts: Arthur Haber-landt, Zu einigen Problemen der österreichischen Gegenwartsvolks-kunde. 1. Woher kommt das Aufstecken der Schneidfeder?( Mitteilungender Anthropologischen Gesellschaft in Wien, Bd. LXXXIII, 1954, S. 191 ff.)251) Josef Ringler, Tiroler Schemenbräuche( Tyrol. Natur, Kunst,Volk, Leben. Nr. 5, Innsbruck 1953, S. 1 ff.).

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