masken usw. zuerkennen 172). Solche Einzelläufer bedürfen einerviel kritischeren Prüfung.
Eine andere Sammlung von Südtiroler Masken ist dagegen inunserer Berichtszeit zureichend geschildert worden, nämlich derBestand der Josefine- und Eduard- von Portheim- Stiftung in Hei-delberg. Der Kustos der Sammlung, Ferdinand Herrmann, hat inseiner Inventar- Veröffentlichung auf sieben Weihnachts- undNikolausspielmasken ausdrücklich hingewiesen 173). Die meisten„ Teufel“,„ Nikolaus"- und„ Hexenmeister"-Masken stammenwieder aus dem Ahrntal, oder aus dem Haupttal der Landschaft,dem Pustertal selbst, und zwar aus Gais und Lappach. Merk-würdig ist der„ Wilde Mann Glossar ::: zum Glossareintrag Mann" mit seinen Stierhörnern, auch ausdem Pustertal. Bei manchen der Stücke ergeben sich wohl auchFragen der genaueren Bestimmung, und auch der tatsächlichenEchtheit. Übrigens hat die von Portheim- Stiftung angeblich denwertvollsten Teil ihres Bestandes, den ihr einst wieder keinanderer als Karl Wohlgemuth in Bozen verschafft hatte, zuAnfang der Besatzungszeit 1945 eingebüẞt 174).
Auch ein kleiner Kärntner Maskenbestand hat in eine deutscheSammlung gefunden. Das Offenbacher Ledermuseum besitzt zweiHolzmasken mit Pelzbesatz aus dem Kötschachtal in Kärnten, dieals Perchtenmasken“ bezeichnet werden" 75). Die eine ist eineTeufelsmaske mit vier Hörnern und gebleckter Zunge, die anderevielleicht eine Widdermaske, jedenfalls ein Kopf mit Schafsnase,mit einem Schaffell ausgestattet. Man erinnert sich dabei, daß beiden Kärntner Passionsspielen noch im 19. Jahrhundert nebenSchweinsrüsseln und Hahnenköpfen auch Widderköpfe alsTeufelsmasken erschienen 176).
172) Anton Dörrer, Die ersten Masken in den Alpen und dasSchicksal südtirolischen Maskengutes( Der Schlern, Bd. 25, Bozen 1948.S. 453).
173) Ferdinand Herrmann, Inventar und Beschreibung der haupt-sächlichsten Stücke der tirolischen volkskundlichen Sammlung aus dervon Portheimstiftung in Heidelberg( Der Schlern, Bd. 14, Bozen 1933,S. 429 ff.).
174) Dörrer, wie Anmerkung 172, S. 456 f.
175) Offenbacher Monatsrundschau, Sonderheft ,, Das deutsche Leder-museum". Offenbach 1942, S. 151, Abb.
176) Georg Graber, Kärntner Volksschauspiele Bd. III. Das KärntnerSpiel vom Leiden und Sterben Christi(- Deutsche HausbüchereiBd. 82). Wien 1923, S. 20.
Ich bin dennoch der Offenbacher Beschriftung gegenüber miß-trauisch, da Perchtenmasken aus dem Kötschachtal" eben nicht nachKötschach in Kärnten, sondern nach dem Kötschachtal in der Gasteinklingen. Man vergleiche die Kötschachtaler Perchtenmasken bei Hein-rich von Zimburg, Der Perchtenlauf in der Gastein. Wien 1947, Abb. 57.
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