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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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der zahlreichen Widder- Idole und verwandter Gestaltungen 87).Die Habergeiß- und Julbock- Forschung, die ja von den verschie-densten Seiten gefördert wird 88), kann sich dazu äußern. Jeden-falls ist zunächst nicht die Menschenmaske, sondern die Haustier-maske das Hauptproblem des Neolithikums, die Kleintiermaske,die sich vielleicht in den Hirtenschichten der bäuerlich werdendenBevölkerung am stärksten erhält.

Diese bäuerliche Bevölkerung des indogermanisch werdendenEuropa schafft auch wieder Haustiermasken, vor allem, wenn ichnicht irre, die Rindermaske. Österreich wird mit seinen pracht-vollen Stierkopfurnen einen wichtigen Beitrag zu leisten haben 89).Für die Interpretation in unserer Richtung scheint mir das Kapi-tel Der italische Stiergott" von Franz Altheim von ausschlag-gebender Bedeutung 90). Die weiterlebenden Rindermasken derAlpenländern, beispielsweise beim Kühtreiben im salzbur-gischen Pongau können hier von Wichtigkeit sein 91).

Von der Seite der Urgeschichte und der Religionswissenschafthat man ja bisher nicht den Haustiermasken, sondern den Wild-masken, vor allem den Hirschmasken, beziehungsweise densicherlich damit zusammengehörigen Hirsch darstellungen größeres

87) Die Widderidole in der Art des bekannten von Jordansmühlin Schlesien müßten einmal zusammengestellt werden. Ich_notiere hier,von Mitteleuropa nach dem Osten zu gehend, nur einige Belege:

Burgäschi Schweiz: Otto Tschumi, Urgeschichte der Schweiz.Frauenfeld 1949. Bd. I, S. 697, Abb. 2709. Viktorin von Gonzenbach,Die Cortaillodkultur in der Schweiz(- Monographien zur Ur- undFrühgeschichte der Schweiz Bd. VII). Basel 1949. Abb. Taf. 14/1.

Schänitz, Sachsen: E. K. Rühle, Otto Mehner zum Gedächtnis( Sachsens Vorzeit, Bd. I, 1937, S. 169).

Gesprengberg bei Kronstadt, Siebenbürgen: Julius Teutsch, Prä-historische Funde aus dem Burzenlande( Mitteilungen der Anthropolo-gischen Gesellschaft in Wien, Bd. XXX, 1900, S. 189 ff.), 194, Abb. 84,85 usw.).

Kislovodsk, Kuban: A. M. Tallgren, La pontide prescythique apresl'introduction des metaux( Eurasia septemtrionalis antiqua Bd. II, Hel-sinki 1926, S. 96 und Abb. 64/6).

Beressov, Westsibirien usw.: A. M. Tallgren, Some North- Eurasiansculptures( Eurasia septemtrionalis antiqua, Bd. XII, Helsinki 1938,S. 113, Abb. 3, 4, dazu Verbreitungskarte Fig. 5, S. 115).

88) Vgl. jetzt besonders Lily Weiser- Aall, Julenissen og Julegeitai Norge(= Smaskrifter fra Norsk Etnologisk Gransking, Bd. 3).Oslo 1954.

89) Pittioni, Urgeschichte des österreichischen Raumes, S. 589 u. ö.90) Franz Altheim, Römische Religionsgeschichte. Bd. I. Baden-Baden 1951. S. 17 ff.

91) Gute Berichte des 18. Jahrhunderts bei Lorenz Hübner undFr. Graf Spaur. Auszüge bei Richard Wolfram, Schwerttanz und Män-nerbund. Bd. I, S. 238 f.

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