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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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gänge Schroeders und der Wiener Mythologenschule gleichfallslebendig waren 56), eine ähnliche Darstellung und Interpretationder Masken und Maskenbräuche der Kaukasusvölker geschaffen 57).

Leider hat die starke theoretische Überspitzung der Grund-anschauungen dieser Schule ihre Vertreter zu keinem vollenErfolg kommen lassen. Die zentral germanisch eingestellte Rich-tung verfiel überdies der Politisierung, die freilich latent hierschon immer vorhanden gewesen war 58). Sie war es wohl auch,die Stumpfl zu der unhaltbaren Hypothese von germanischenKultspielen als Grundlage des mittelalterlichen Schauspielesführte 5). Der frühe Tod Stumpfls hat eine trotz dieser un-zweifelhaften Verirrung bedeutende Kraft auf dem Gebiet dervolkskundlichen Theaterforschung hinweggenommen. Das Zusam-menwirken der Angehörigen dieser Schule, ihre starke Auswir-kung auf lokale Forscher wie Oswin Moro in Kärnten 60) oderbesonders Ernst Burgstaller in Oberösterreich 61) ist zweifellosnicht zu unterschätzen; manche ihrer Ergebnisse werden Dauerbesitzen.

Die weitere Forschung hat gezeigt, daß eine so stark aufbestimmte Hypothesen aufgebaute Richtung auf die Dauer nichtallein wirksam bleiben konnte. Besonders die bedachtsamer arbei-tende Lokalforschung hat inzwischen einerseits die historischenZeugnisse wieder stärker zur Geltung gebracht, anderseits diedoch stark vernachlässigten Gedankengänge der vegetations-kultischen Schule erneut und verstärkt herangezogen. Die Mann-hardtschule hatte ja inzwischen durch das indologische Werk von

56) Vgl. meinen Nachruf: Robert Bleichsteiner( Archiv fürVölkerkunde, Bd. IX, Wien 1954, S. 1 ff.).

57) Robert Bleichsteiner, Masken- und Fastnachtsbräuche bei denVölkern des Kaukasus( Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, NeueSerie Bd. VI, Wien, Kongreßheft 1952, S. 3 ff.).

58) Das betont auch Will- Erich Peuckert, Volkskunde, wie Anmer-kung 5, S. 118. Vgl. im übrigen sein eigenes Buch: Geheimkulte. Heidel-berg 1951.

59) Robert Stumpfl, Kultspiele der Germanen als Ursprung desmittelalterlichen Dramas. Berlin 1936.

60) Oswin Moro, Maskenbräuche in gemischtsprachigen DörfernOberkärntens( Carinthia I, Jg. 125, Klagenfurt 1935, S. 211 ff.).

61) Ernst Burgstaller, Die große Rauhnacht in Oberdonau( DeutscheVolkskunde, Bd. II, München 1940, S. 9 ff.). Mit kleineren Änderungenwiederholt in:

Ernst Burgstaller, Lebendiges Jahresbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag  Jahresbrauchtum in Oberösterreich.Salzburg 1948. S. 37 ff.

Die kritische Überprüfung dieser Änderungen erfolgte durch Hein-rich Jungwirth( Österreichische Zeitschrift für Volkskunde, N. S. Bd. III,Wien 1949, S. 114 ff.).

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