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Masken in Mitteleuropa : volkskundliche Beiträge zur europäischen Maskenforschung ; anläßlich des sechzigjährigen Bestehens des Vereines für Volkskunde in Wien
Entstehung
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ersten Erwerbungen gehörten auch hier Masken aus der Sammel-tätigkeit von Marie Andree- Eysn und Wilhelm Hein. Sie konntennoch 1896 die große Serie von Anton Zell in Salzburg zum An-kauf vermitteln. Dann freilich folgte die Trennung der beidenVereinsgründer, und Wilhelm Hein wandte sich von der öster-reichischen Volkskunde ab, die ihm einen so starken Impuls ver-dankte. Mit ihm trennten sich auch angesehene Sammler wieMarie Andree- Eysn in Salzburg und Hugo von Preen in Ostern-berg bei Braunau am Inn von Haberlandt, und wendeten ihreSammlungsergebnisse künftighin Deutschland zu, insbesonderedem Berliner Museum. Auch ein großer Teil der Veröffentli-chungen aus den österreichischen Alpenländern erschien von daan in der Berliner Zeitschrift für Volkskunde, so bereits WilhelmHeins Arbeit über das Huttlerlaufen im Jahr 1899.

Für die Maskenforschung bedeutete diese Entwicklung einenWendepunkt. Michael Haberlandt behielt das Gebiet im Auge,erfaßte es aber hauptsächlich vom Gesichtspunkt der von ihmbetriebenen Volkskunstforschung. Die Aufnahme im Gelände, dieSammlung der Masken zusammen mit den Spielgewändern, Spiel-büchern usw. lag ihm weniger, er zog meist die Erwerbung ausdem Antiquitätenhandel vor, bei der sich eben nur die geschnitzteHolzmaske selbst und allein ankaufen ließ. Michael Haberlandthat auf diese Art noch schöne Serien vor allem von tiroler Maskenerwerben können, zwischendurch von Franz Schenner auch guteAusseer Stücke angekauft. Die Südtiroler Sammler und HändlerKarl Wohlgemuth in Bozen, M. Klotz in Meran und Josef Raffinin Bruneck haben ihm noch wichtige Masken vor allem aus demBereich des Pustertales zukommen lassen. Aber die hastige Er-werbungsart Haberlandts und seine Einstellung auf die attrak-tive Formgebung haben dabei auch böse Enttäuschungen gebracht.Die böseste blieb wohl die Erwerbung einer langen Serie vonMasken aus der Kollektion Filzer in Kitzbühel, die ganz phan-tastisch geschnitzte und bemalte Stücke umfaßte, welche maneigentlich schon damals, 1910, als Volkskunstkenner wohl nichtals echt hätte ansehen können. Dennoch hat sie Haberlandt nichtnur erworben, sondern 1911 in seinem Volkskunstwerk auch alsPrunkstücke abgebildet 25). Es handelte sich dabei um ausge-sprochene Fälschungen, die von Delazzer in Hall in Tirol ver-mittelt worden waren.

25) Michael Haberlandt, Österreichische Volkskunst. Wien 1911.Textband S. 49.- Ankäufe von Fälschungen sind freilich noch keinerMaskensammlung erspart geblieben, und Abbildungen davon gelangenimmer wieder auch in prominente Werke.

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