wände oder deren Wandbalken nennt man generell„ Zimmer" oder„ Wand" bzw.,, Zimmerbaum"( ,, tsimmapam") oder Wandbaum"( ,, wåntpam").
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Konstruktionsmäßig und auch terminologisch bleibt die brückenartige Hochtennestets unabhängig vom Dachgefüge. Es ist meist eine Längstenne mit eigenen halbhohenAbschlußwänden. So regelmäßig nun diese Hochtenne dem Pfettenstuhlgerüst und seinenHauptachsen zugeordnet erscheint und so wichtig sie natürlich als Scheuneneinrichtungfür uns sein muß, sie braucht in unseren Zusammenhängen hier wohl nicht näher behan-delt zu werden. Es sei vielleicht nur eines vermerkt: Es gibt kaum ein anderes Dach-gerüst, das nach seiner Anlage für die Tennreite und den obersten Dachraum derScheune als Lagerräume bessere Voraussetzungen des Baugefüges böte als das Pfetten-stuhlgerüst unserer Dächer. Unter den Altformen der bekannten Dachgerüste in den Ost-alpen verkörpert das„, Stuhldach" oder„, Bockdach" gleichsam jenen Prototyp des Gerüst-aufbaues, der scheints doch sehr vielen Sondernamen für den obersten Scheunenraumwortgeschichtlich zugrunde liegt.
Die Stellung des Pfettenstuhldaches
innerhalb der alpenländischen Dachbauweisen
Abschließend können wir folgendes Ergebnis unserer Untersuchungen von dessenGefüge und örtlicher Terminologie zusammenfassen.
Innerhalb einer größeren Zahl von historischen Gerüstsystemen im mitteleuropä-ischen Dachbau ist das ostalpine Pfettenstuhldach ein durchaus eigenständiger Bautyp. Inder von uns neu vorgeschlagenen Einteilung dieser Dachgerüste liegt dieser als Typ B/ IVan einem zentralen, kritischen Grenzpunkt, nämlich zwischen den liegenden bzw. hän-genden Pfettenrofendächern( A und B/ I bis III) einerseits und Dachbauweisen mitstehenden Gespärren ohne Jochbalken bzw. Pfetten( nach C bis D) andererseits.
Das hier vorgelegte Aufnahmenmaterial sosehr sich dieses bloß auf etliche Be-reiche der südlichen Alpenländer beschränkt erhärtet nunmehr unsere Ausgangsan-nahme, daß es sich hier um einen besonderen und selbständigen historischen Dachbautyphandle, eine Erkenntnis, die ja bereits Adalbert Klaar seit längerem und mit Nach-druck vertreten hat. Indessen suchte Klaar bisher einerseits deren Erklärung in der Kenn-zeichnung als„, Misch-" oder„ Zwitterform" und unter dem vagen Begriff des„ Sparren-pfettendaches", bezog aber andererseits gegenüber dieser als späte„ Neuerung" ange-sprochenen Bauweise eine ganz andere Stellung dort, wo es doch um einen durchaus ana-logen, offensichtlich jedoch altherkömmlichen und verbreiteten Gerüsttyp beispielsweiseim salzburgischen Lungau geht, den Klaar als„, Scherbalkenda ch" bezeichnetund zugleich als Altbauweise auf viel weitere Steildachlandschaften Innerösterreichsausgedehnt wissen will 134.
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Hier bedarf es also der Klärung nach zweierlei Hinsicht: nach der tatsächlichenGefügestruktur dieser Dächer zum einen und nach dem räumlich- landschaftlichen Gel-tungsbereich zum zweiten. Beides glauben wir in der Präzisierung der zimmerungstechni-schen Sachverhalte und in dem Vorschlag angebahnt zu haben, Dachbauten dieser Artsachlich- terminologisch am besten als„, Pfettenstuhldächer( mit Kranzzimme-rung)" festzulegen. Wir finden ferner diesen vorwiegenden Steildachtyp nicht nur zu-fällig an einer besonders markanten Dachlandschaftsgrenze, nämlich im östlichen Vor-
134 Siehe Klaar, Adalbert: Die Siedlungsformen von Salzburg( wie Anm. 6), S. 61:,, Außer im Lungau reicht die Verbreitung dieses( Scherbalken-) Dachstuhles über die ganzenördliche Steiermark, vorherrschend im Mur- und Mürztal und dem Mitter- Ennstal. Seine öst-lichste Grenze liegt in Niederösterreich im Wechselgebiet, im Steinapiesting- und obersten Traisen-tal und im oberen Ybbs- und Erlauftal zwischen Waidhofen und Scheibbs, wo der Anschluß ansEnnstal gefunden wird. Große Teile Kärntens sind gleichfalls davon erfüllt."
4 Moser
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