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Das Pfettenstuhldach : eine Dachbauweise im östlichen alpinen Übergangsbereich
Entstehung
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dachgrenze beispielsweise aus dem Mölltal gemeldet 106. Der wesentliche gefügemäßigeUnterschied der aufgesteilten Stuhlrofen muß freilich so wie bei den Hängerofen gegen-über den Schersparren und den eigentlichen Sparren an diesem Gefügepunkt darin ge-sehen werden, daß bei den alpinen Dächern unseres Bereiches die Hängerofen und dieStand- oder Stuhlrofen stets nur miteinander verblatte t"( ,, ångeblåttnt, ge-blåttet" u. ä.) sind( vgl. Abb. 8, Fig. 8 und 9 a und b), früher in einfachen Fällen beiKleinbauten und nahe der Flachdachgrenze auch bloß ,, mit Tipl zsåmmgetåscht" wurden( Abb. 8, Fig. 8) 107. Nur in einigen wenigen Fällen und bezeichnenderweise wieder inausgesprochenen Randlagen, wie in Wöllatratte im mittleren Mölltal oder um Ranten imMurauerland, werden auch bei Pfettenstuhldächern ,, zsåmmgschlitzte Rofn" bzw., Spar-ren" gemeldet( Abb. 11, Fig. B).

Der verbindende Holznagel ist an dieser Gefügestelle am First in der Regel etwas,, kleiner" gewählt und heißt im Lungau jedenfalls ,, Rofennagel"( ,, hrafnnågl"). Im kärnti-schen Katschtal und im Maltatal sagt man zu dieser einfachen Firstverbindung derRofen die, Kerben( kharbm"). Am Lurnfeld wieder heißt das gesamte Firstgefüge( samt Deckbrettern und Firstkappe) mitunter auch ,, Krone".

d) Das mittlere Rofenauflager: Vom Gefüge her ist dieses selbst beiden steilen Pfettenstuhldächern kaum besonders ausgebildet. Die Rofen werden im allge-meinen am Auflager mit den Stuhlpfetten einfach mittels eines kräftigen Holznagelsverbunden( vgl. Abb. 20, Fig. 2 b). Im Lungau nennen die Zimmerleute diesen mittlerenNagel an den Rofen daher ,, Stuhlnagel"( ,, schtuinågl") im Gegensatz zum, Fersnagel"( siehe oben unter b) und zum, Rofennagel" am First. Bezeichnenderweise verschwindetder ,, Stuhlnagel" schon vor der Flachdachgrenze in Oberkärnten, so wie auch der ,, Fers-nagel" bei flachgeneigten Pfettendächern nur noch als Haltepflock an der Unterseiteder Rofenfüße erscheint( Abb. 9, Fig. 3).

Die Rofenhölzer sind an ihrem mittleren Auflager kaum besonders zugerichtet; eherwerden geringfügige Einpassungen der Rofen in die Dachebene jeweils an den Kanten derStuhlpfetten vorgenommen( vgl. Beispiel 1.1). Liegen hier also die Dachrofen allgemeinin ihrer vollen Stärke auf dem Pfettenstuhl auf( siehe Abb. 20, Fig. 2b), so scheint mansie bei den verwandten Bockdachstühlen" im steirischen Salzkammergut mit einerbesonderen Lagerkerbe, dafür aber ohne ,, Stuhlnagel" auf die Stuhlpfetten aufzusetzen.Nach Aufnahmen von Karl Haiding aus Bad Mitterndorf nennt man jedenfalls diesesmittlere Auflager der Rofen" dort das Herz" 108.

2. Der Pfettenstuhl

Als Baugefüge stellt der Pfettenstuhl eine sprengwerkartige Tragkonstruktion dar,die als selbständiges Zweiständergerüst in ihrer Kopfzone ein in sich fest verzimmertesKranzgebälk aufweist und in den oft als Kniestock erweiterten Dachraum hinein-

106 Nach Angabe des Zimmermannes Jörg Peterle, 70 Jahre, in Wöllatratte, mittleres Möll-tal, vom 24. September 1946 waren die Rofen( ,, hrofn"), nach dem Alten nur aufgelegt undohne jede Verbindung untereinander".

107 Die letztere Angabe wie Anm. 106. Für Litauen vgl. Gimbutas, Jurgis: DasDach des litauischen Bauernhauses. Stuttgart 1948, S. 24 f.- Aus dem steirischen Mitterndorfbei Aussee wird diese Firstverbindung der Rofenhölzer von Karl Haiding nach einer Erhebungvom März 1965 sehr anschaulich beschrieben: Die beiden Ròfn( Rafen) sind durch das, Hòlsen aneinander gelegt. Zu dieser Überblattung wird die halbe Stärke des Balkens weg-gehackt. Beide aneinander liegenden Rafen sind durch einen Holznagel, den, Hòlsnògl, verbun-den."( Briefl. Mitteilung Prof. Dr. Karl Haiding, Stainach i. E., vom 24. Jänner 1976.)- InOstkärnten werden bei Scherenjochdächern Rofenhölzer, die am First in voller Holzstärke, mitAnschnitt oder Anblattung mittels Holznagel verbunden sind, als, verheiråtete Rofn" bezeichnet( vgl. Abb. 8, Fig. 6 bis 7).

108 Wie Anm. 107.

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