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Das Pfettenstuhldach : eine Dachbauweise im östlichen alpinen Übergangsbereich
Entstehung
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ähnlich wie beim Salzer- Haus( 2.3), über der Rauchstube eine eigens abgedeckte Speicher-kammer, einfach Khåmma" genannt, auf mehr als der halben Dachstuhlbreite einge-zimmert. Allein hinsichtlich seines Dachgerüstes und seiner Gesamtanlage, die im Bau-kern und ohne die Zubauten an Giebel- und Traufseiten eine Giebelbreite von 17,30 mund eine Gesamtlänge von 23,70 m aufwies, muß das Melcher- Haus von Mühlbach alsein einzigartiges bäuerliches Bauwerk betrachtet werden. Dies um so mehr, als es nachden Sekundärdatierungen im Pfettenstuhl mit großer Wahrscheinlichkeit noch in das17. Jahrhundert zu stellen sein wird und damit neben den bisherigen Beispielen beweist,daß das Pfettenstuhldach nicht eine bloße Spätform im Dachbau sein kann 61, sonderngerade für die frühen Hausbauten in seiner typischen, schweren Ausführung kennzeich-nend gewesen sein muß.

2.5. Ortschaft Saraberg, Gemeinde Rennweg, Katschtal:Hof vulgo Thomabauer Nr. 5; große Stallscheune in Blockbau( ,, Fuettaschtådl") inHanglage, undatiert, doch vermutlich aus dem Anfang des 18. oder Ende des 17. Jahr-hunderts. Im Zuge einer vom Verfasser langfristig durchgeführten Aufmessungsaktionvon Scheunenbauten konnte diese sehr altertümliche Blockbauscheune vom Typ deralpinen Längsscheunen mit Krippenstall 62 im Mai 1946 vermessen und vor allem auchmit ihrer gesamten ortsüblichen Terminologie aufgenommen werden. Aus diesem Auf-nahmematerial bringen wir hier einen Gesamtquerschnitt und Längsschnitt dieserScheune, dazu eine Auszugskizze des Dachquerschnittes für die Terminologie der Einzel-teile des Dachgerüstes( Abb, 19, Fig. A bis C).

دو

Die im Stallgeschoß noch völlig in Blockbau errichtete Stallscheune mit querdurch-gängigem Stallgang( ,, Hof") ist in ihrem Obergeschoß in drei Joche unterteilt und bildeteinen leichten Kniestock( Drempel) wie bei den meisten dieser Anlagen. Wie alle dieseScheunenbauten ist sie vom bergseitigen Giebel her über eine Tennpruggn und Vor-tenne" zu befahren. Der Scheunenraum am talseitigen Giebel ist als eine Art flacher, Tiefbansen"( ,, Pårm") ausgebildet. Die Längstenne( ,, da teint") ist auch hier beträcht-lich schmäler als der sie überbauende Dachstuhl( ,, schtui), doch liegt sie ziemlich genauin der Längsachse unter diesem auf drei mächtigen lärchenen ,, Straßbäumen". Der für dasLiesergebiet kennzeichnende Pfettenstuhl des mächtigen Daches ist dreifach verstärkt unddie Stuhlriegel haben eine Spannweite von rund 9 m(!) mit eingebundenem Längsmittel-balken( Abb. 19, Fig. A); dies bei einer Giebelbreite von 16,60 m und einer Gesamtlängeder Scheune von ± 17,60 m.

Die rund 2,60 m hohen Stuhlsäulen stehen hier nach älterer Art auf den hochge-führten Querwänden der Scheune; diese sind hier übrigens auch im Inneren mit Längs-wänden in Blockbau entlang der Tennenwände abgebunden. Die Stuhlsäulen sind wiedermittels einfacher, angeblatteter Kopfbänder zur Längsversteifung mit den Stuhlbäumenverzimmert. Wie in allen diesen Fällen bildete auch hier das breitgelagerte Stuhlgerüstmit lose aufgelegten Dielen und Schwartenhölzern einen obersten Lagerraum für dieScheune, den hier so genannten schtui. Die größere, vermutlich altertümlichere Ein-fachheit im Gefüge zeigte sich dabei nicht nur in den aufgesetzten Stuhlsäulen und ihrerVerzimmerung, sondern auch in der Beschaffenheit und Bearbeitung der Rofenbäume.Diese waren mit ihrem überstehenden Fußende einfach mit einem geraden Einschnittauf die abfallend ausgehackten Grundpfetten aufgesetzt und genagelt( Abb. 19,Fig. B/ 5) und zudem bei einer Länge von je 12 m am First paarweise roh verblattet unddurch einen Holznagel verbunden( Abb. 19, Fig. B/ 1). Wieder ergab sich daraus ein zirka1,5 m ,, unterm Winkl" abgebundenes und somit nur mäßig steiles Satteldach, das mitgenagelten Klubbrettern gedeckt war.

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61 So u. a. Klaar, Adalbert: Aufgaben und Ziele( wie Anm. 2), S. 43 f.62 Vgl. Moser, Oskar: Das Bauernhaus( wie Anm. 11), S. 98 f.