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Das Pfettenstuhldach : eine Dachbauweise im östlichen alpinen Übergangsbereich
Entstehung
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kärntens sei hier der Dachaufbau einer großen Stallscheune aus Grantsch, GemeindeObermillstatt, Hof Mörtl Nr. 4, herangezogen( Abb. 16, Fig. 3). Ihr Gefüge wie ihrStandort lassen bereits die Nähe des einstigen Ringhofgebietes erkennen, dessen Häuserund Städel durchwegs Schersparrendächer hatten, wobei die Schersparren im Dachraumbesonders bei den Futterstadeln meist nur durch einseitige Rähme mit Stütznägeln unter-stellt waren, wie wir dies auch am vorliegenden Dachquerschnitt des Stadels ausGrantsch deutlich ersehen können.

Das Pfettenstuhldach ohne Firstbalken scheint indessen im Gebiet des Lurnfeldes inOberkärnten selbst in älterer Zeit nur in begrenztem Umfange verbreitet gewesen zusein; es hatte sich zudem vor allem weiter westlich bereits deutlich mit Elementen desStänderpfettendaches oder Blockpfettendaches vermischt( Abb. 15, Fig. 1 bis 3). SeinAuftreten hier erklärt sich erst angesichts der Tatsache, daß das eigentliche, klassischeVerbreitungsgebiet dieser Art des Dachbaues in Kärnten unzweifelhaft das Liesertalmit allen seinen Nebentälern war oder auch heute noch ist. In diesem Bereich, der alsoauch das Maltatal und das Katschtal einschließt, gehörte das Pfettenstuhldach mit aus-geprägter Kranzzimmerung ohne Firststuhl früher zu jedem größeren Bau, insbesonderezu den mächtigen Einhöfen dieser Landschaft, die als Breitgiebelhäuser und Einfirst-anlagen eine Rauchstubenwohnung mit einem Wirtschaftsgebäude verbanden 56. Als Bei-spiele bringen wir dafür solche Einhofanlagen aus dem Katschtal und zeigen den Dach-aufbau außerdem an einer großen Katschtaler Stallscheune, an der zugleich auch die fürdiesen ganzen Raum geltende ortsübliche Terminologie des Dachgerüstes erhoben werden

konnte.

2.3. Ortschaft Schlaipf, Gemeinde Rennweg, Katschtal:Ehemaliger Hof vulgo Salzer Nr. 9; Einhofanlage, datiert 1767. Das Salzer- Hauskonnte im Jahre 1962 als eines der letzten seiner Art für das Kärntner Freilichtmuseumin Maria Saal erworben werden; es ist heute dort wiederaufgebaut und eingerichtet 57( Abb. 17). Das bereits seit langem leerstehende Haus wurde im Juni 1957 von mir auf-gemessen. Es zeigt in seinem Querschnitt einen zweigeschossigen Aufbau in reinem Block-bau mit brückenartiger Hochtenne( Längstenne) und ausgeprägtem Pfettenstuhldach( Abb. 18, Fig. 1). Wie in vielen Fällen ist auch hier das Scheunenobergeschoß mit einerArt Kniestock( Drempel) ausgebildet, wobei über Rauchstube und Mittelflur( ,, Labn") dieZwischendecke wesentlich höher als über der Ofenstube eingezogen wurde. Der Pfetten-stuhl hat im dreijochigen Scheunengeschoß eine mittlere lichte Höhe von rund 4 m. SeineAußengebinde sind auf die Giebel querwände gestellt, die Stuhlsäulen der innerenGebinde reichen dagegen jeweils bis zu den Schwellen des Zwischenbodens und gleichendessen verschiedene Niveauhöhen aus. Sie sind im übrigen ähnlich wie beim Stadel ausNigglai( 2.1) durch die Vorstoßbalken der Querwände( Kegelwände) und durch dop-pelte, angeblattete Kopfbänder abgestützt. Sie tragen hier einen dreifachen Stuhlkranzmit verdoppelten Stuhlriegeln, jedoch ohne Längseinzug( Abb. 18, Fig. 1). Auf diesemmächtigen Pfettenstuhl reiten die Dachrofen ohne weitere Befestigung; sie sind nur amDachgrund und an ihrem Wurzelende mit Ferse und Nagel in die kräftigen Fußpfetteneingesetzt( vgl. Abb. 9, Fig. 9) und am First roh verblattet und mit einem Holznagelverbunden( Abb. 8, Fig. 8). Es handelt sich dabei um rund 10 m lange, schwere Rund-hölzer, die nur geringfügig bearbeitet wurden. Wie Abb. 17 zeigt, weist das Dach am

56 Dazu vgl. Moser, Oskar: Das Bauernhaus( wie Anm. 11), S. 171 f. mit Abb. 58:Einhof Rupnig in Reitern am Kremsberg ob Kremsbrücke.

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57 Siehe Moser, Oskar: Das Kärntner Freilichtmuseum in Maria Saal Museums-führer. 4. Aufl., Klagenfurt 1974, S. 13-15. Der Gerüstbau des Pfettenstuhldaches dieses Hauseswährend des Wiederaufbaues abgebildet bei Moser, Oskar: Ein Freilichtmuseum für ganzKärnten. In: Die Kärntner Landsmannschaft, Jg. 1962, Heft 6, S. 3.

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