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Das Pfettenstuhldach : eine Dachbauweise im östlichen alpinen Übergangsbereich
Entstehung
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,, echten" Sparren völlig eindeutig unterscheiden, und zwar sowohl in der verschiedenenArt der Verbindung der Sparrenhölzer am Scheitelpunkt des Firstes wie auchganz besonders an deren Mittel- und Fußpunkten.

Die Schersparren weisen am First in der Regel einfache, genagelte Ver-kämmung auf, haben also auch dort einen scherenartigen Überstand. Echte Sparrenhingegen sind an ihrem Scheitel mit Schlitz- oder Scherzapfen bündig verzimmert undverdübelt( siehe Abb. 11 A und B). Deutlicher noch sind die Gefügeunterschiede an denSparrenfüßen. Die Schersparren reiten gleichsam auf dem Dachgrund und sind dabei mitihrem Fußende auf die Längsbalken des Dachgrundes( Fußrähme, Mauerbänke) miteinem fersenartigen Absatz aufgesetzt, seltener aufgeklaut( siehe Abb. 12, Fig. 1-2).Das ist eine Gefügeart, durch die sich die Schersparren unverkennbar den entwickelterenFormen der entsprechenden Rofenauflager( nach Abb. 9 und 10) nähern können. Dieechten Sparren hingegen sind besonders in den Spätausführungen, mit denen sie im länd-lichen Hausbau bei uns angewendet wurden, immer in das Langholz von Bundträmenoder Stichbalken eingelassen, und zwar meist mit Zapfen und Versatz, die den Seiten-schub aufnehmen( siehe Abb. 13, Fig. 1-7). Für die überstehende Dachhaut, das Vor-dach" mit der Dachtraufe, bedarf es hier daher stets eines eigenen ,, Aufschieblings".Dachbalken und Sparren sind so zu einem festen Dreieck abgebunden. Bei den Scheren-dächern fehlt hingegen diese Basisverbindung immer.

Es bedarf daher besonders bei letzteren eines dritten sichernden Bindegliedes, das beiallen Gespärren in deren mittlerer Höhe als Horizontalholz angebracht wird, seltener imoberen Drittel zu liegen kommt oder sogar verdoppelt im Ober- und Unterteil desGespärres eingesetzt ist. Wir nennen diese Querbalken im Gespärredreieck bei den Scher-sparren ,, Scherenbinder", da diese hier die Aufgabe haben, den auseinanderstrebendenScherkräften der Schräghölzer entgegenzuwirken und diese zusammenzuhalten, zu,, binden". Scherenbinder werden stets auf Zug beansprucht und müssen daher auf dieSchersparren womöglich mit Versatz aufgeblattet werden( siehe Abb. 14 A). Das unter-scheidet sie im Prinzip wesentlich von den sogenannten, Kehlbalken" der echten Sparren-dächer, die für den oberflächlichen Betrachter zwar ganz gleich angeordnet erscheinen,die aber der Dachlast und Durchbiegung der Sparren entgegenwirken müssen und dahernicht auf Zug, sondern auf Druck beansprucht werden und infolgedessen stets in dieGespärre unterseitig eingezapft werden müssen( Abb. 14 B).

Das Pfettenstuhldach und sein Gefüge in den südlichen Alpenländern

Wir sind eingangs von der Feststellung ausgegangen, das Pfettenstuhldach mitKranzzimmerung( nach B/ IV) erweise sich sowohl nach seiner geographischen Verbrei-tung wie auch nach seinem Gefüge als eine Dachbauweise im alpinen Übergangsbereich.Im folgenden soll dafür eine Anzahl von topographischen Gerüstbeispielen dargebotenwerden, die sich allerdings nur auf die Hauslandschaften südlich der Alpenhauptkämmebeschränken und in ihrer Reihung vom Südwesten gegen Nordost fortschreiten. Offenbleiben müssen dagegen noch die Gefügeverhältnisse verwandter Dachgerüste im ge-samten nord- und voralpinen Übergangsbereich zwischen der unteren Salzach und demBecken von Windischgarsten, auf die Adalbert Klaar zwar summarisch hingewiesenhat 41, für die uns jedoch weder ausreichende Materialerhebungen, noch genügend Auf-maẞpläne und Detailuntersuchungen zur Verfügung stehen 42.

41 Zuletzt bei Klaar, Adalbert: Die Mischzonen( wie Anm. 14), S. 219.

42 Bezeichnend für die Auffassungen der älteren Hausforschung ist der Satz von AntonDachler: Die Dachstühle der Steildächer bieten nichts, was hier erwähnenswert_wäre."( DasBauernhaus in Österreich- Ungarn und in seinen Grenzgebieten, hrsg. v. Österr. Ingenieur- u.Architektenverein, Dresden 1906, S. 105.) Auch noch für den Architekten Rudolf Heckl gelten

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