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als, Bock bezeichnet" 14. Dieser sogenannte„ Bockdachstuhl" finde wie Klaar weiterfeststellt für die einst ,, meist strohgedeckten Steildächer" im„ Gebiet des BezirkesKirchdorf, um Windischgarsten und in der Obersteiermark eine häufige Verbreitung.Seine Entwicklung aus dem uralten Scherbalkendach ist bei älteren Bauweisen deutlicherkennbar. Sein Auftreten im Grenzgebiet der Karantanischen Mark ist auch keinZufall!" 15.
Diesen anscheinend spontanen und sehr intuitiven Annahmen des Verfassers ver-mögen wir allerdings zunächst nicht ohne weiteres zu folgen. Dies vor allem nicht voreiner entsprechend gründlichen Materialerhebung und Darlegung der wirklichen Sach-befunde, um die wir uns nachfolgend bemühen wollen.
Zuvor gilt es allerdings, noch einem möglichen Mißverständnis zu begegnen, dassich unter Umständen aus den bisherigen Bemerkungen namentlich in bezug auf das Vor-kommen von Dachstuhlzimmerungen und Pfettenstuhldächern im inneralpinen Über-gangsbereich sowohl südlich wie nördlich des Alpenhauptkammes beim Leser einstellenkönnte. Selbstverständlich gibt es derartige Zimmerungen und Stützgerüste sowohl inden westlich anschließenden und weiteren Flachdachgebieten wie auch östlich derPfettenstuhldächer in den Landschaften mit Steildächern, fallweise sogar sehr verbreitetoder regelmäßig. Allerdings muß dazu festgestellt werden, daß in der Hausforschungbisher solche konstitutiven Einzelelemente des Bauens leider gar nicht oder doch nur sehrunzureichend in ihrer historischen bzw. örtlichen Terminologie und Verbreitung erfaßtund festgelegt worden sind, so daß wichtige Grunderhebungen zu diesen Einzelfaktennoch völlig fehlen und daher Verbreitungsfragen und zeitlich- räumliche Schichtungs-probleme vorerst nicht im Vordergrund unserer Erörterungen stehen können 16. Wohlaber wird schon eher zu fragen sein, in welche weiteren Zusammenhänge unsere Pfetten-stuhlzimmerung hineinzustellen wäre, ob allenfalls Verbindungen mit dem oberdeutschenStänderbau und der bairischen Ständerpfettenzimmerung möglich wären usw. Ander-seits muß klargestellt sein, daß es sich im vorliegenden Falle um eine bestimmte unddifferenzierbare Gefügeform von Stuhlzimmerungen handelt, die eine klare Unterschei-dung sowohl von einfacheren wie auch von anderen und verwandten Gerüstformenzuläßt. Damit aber ergibt sich endgültig unsere vordringlichste Aufgabe, die Dinge selbstzunächst einmal im einzelnen vorzunehmen, nebeneinander hinzustellen und sachlich zuvergleichen.
Die Dachgerüste und ihre terminologische Unterscheidung
Wer nun diesen Dingen auch nur auf relativ begrenztem Raum nachforscht, derwird alsbald verwiesen auf die unerläßliche Notwendigkeit einer unmißverständlichen14 Klaar, Adalbert: Die Mischzonen in den Hauslandschaften. In: Festschr. f. RichardWolfram zum 65. Geburtstag(= Veröff. d. Instituts für Volkskunde d. Universität Wien,Band 2). Wien( 1968), S. 219.
15 Zitiert nach Klaar, Adalbert: Mischzonen( wie Anm. 14), S. 219. Einen Verbrei-tungshinweis ähnlicher Art gibt für diesen Dachtypus im südöstlichen Oberösterreich Heckl,Rudolf: Oberösterr. Baufibel- Grundformen des ländlichen Bauens, Salzburg( 1949), S. 190 f.Er zeigt die Konstruktionszeichnung eines„ Scherendaches" von einem„, Futterhaus eines ober-steirischen Paarhofes"( S. 191, Fig. 3) und stellt dazu vorher fest: ,, Echte Scherbalkendächer, wiewir sie in Obersteiermark finden, sind in Oberösterreich nur in der Eisenwurzen und vereinzeltim Trauntal zu sehen( Plan 191/3)." Nach Ausweis seiner Gerüstzeichnung meint R. Heckl damitunser Pfettenstuhldach.
16 Erste Klärungsversuche finden sich für unseren Übergangsraum bereits bei Rhamm,Karl: Beitr. II/ 1( wie Anm. 4), S. 837; danach Schier, Bruno: Hauslandschaften( wieAnm. 5), S. 52-54.- Neuerdings wurde diese Frage aufgerollt durch Gebhard, Torsten:Alpenländische Dachformen( wie Anm. 10), S. 139-148, der u. a. ausdrücklich feststellt( S. 145):,, Es bleibt bedauerlich, daß in den uns zur Verfügung stehenden Veröffentlichungen keine ver-gleichenden terminologischen Untersuchungen angestellt sind."
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