jahrstermin mit 60 Angaben( 50%), gefolgt vom Theophanietag( 41 Angaben= 34%).In der Karnevalsperiode kulminiert die Verkleidungstätigkeit am Käsesonntag( 69 An-gaben, 35%) und am Reinen Montag( 62 Angaben, 31,5%), weniger am Käsemontag( 25 Angaben, 12,8%) und an beiden Sonntagen( 19 Angaben, fast 10%). Die Verklei-dungen im Osterzyklus fallen fast zur Gänze auf den Lazarussamstag( 80%).
2) Etymologie und Onomastik
Als pauschale Bezeichnung für den Karneval zirkulieren im Neugriechischen dieAusdrücke ἡ Απόκρεως, 367 τὸ καρναβάλι 368und οἱ σήκωσες.369
Die Verkleideten tragen die verschiedensten Bezeichnungen, meist paoxapádeç, 370μπούλες, 371 καμουζέλλες, 372 μουσκάρια, 378 μουτσούνες, 374 τζαμαλες, 375 καλινδράδες, 376oxulapato, 377 xovdovátor 378 und so fort. 379 Davon abheben lassen sich die speziell the-riomorphen Verkleidungen, die sich im wesentlichen auf drei, z. T. regional signi-
367 Hatzis, 1938: 182 ff. modifiziert in seiner etymologischen Untersuchung die Namens-form dahingehend: es gibt vorerst zwei Formen:' Amoxpews und al' Anóxpew. Die erste Formist eigentlich ein Adjektiv, und es ist das Subjekt„ Tag" oder„ Sonntag" zu ergänzen. Die Vor-silbe ànò hat in dieser Anwendung dieselbe Bedeutung wie ǎ-. Die demotizistische Form& noxptàkommt von anoxpéa, in der Form& nóxpeos schon bei Konstantin Porphyrogennetos nachge-wiesen. In seiner Bedeutung als fleischloser Sonntag( carnis privium) kann der Termin nur denKäsesonntag bedeuten und steht im Gegensatz zur Fleischwoche. Der Ausdruck wird aber schonseit Anna Komnene inkorrekt gebraucht und bezeichnet den ganzen Karneval. Zuvor wurde erauch für die Osterfasten( Theophanes, Xpovorp. 349, Bonn) und den Novembermonat vor denWeihnachtsfasten( Johannes Malalas, Xpovoyp. 482, Bonn) gebraucht( dazu in MEE unterànóxpew). Das Verb ànoxpsów ist daher auch seinen Bedeutungsgrenzen nach unscharf: es heißt 1.zum letzten Mal vor den Fasten Fleisch essen, 2. übermäßig essen, 3. etwas zum letzten Mal essen und4. kein Fleisch essen( vgl. Ἱστορικὸν Λεξικὸν τῆς Νέας Ἑλληνικῆς, ᾿Ακαδημία ᾿Αθηνῶν, τόμ. ΙΙ, ἐν ᾿Αθ-ήναις, Εστία 1939, 502.
368 Der Ausdruck ist dem lateinischen carne- vale( Fleisch ade!) nachgebildet. M. Fal-taits, 1972 o. S. will xapva- Báλe von einem( indogermanischen?) xopy und Baal( oder Bylòs),dem Gott des Rindes ableiten und ,, Rinderhorn" als ironische Bezeichnung des Festes verstehen.Dieses Argument verliert seine Schlüssigkeit, wenn man an das Fleischverbot der Käsewochedenkt.
369 Der Ausdruck ist vor allem auf Zypern geläufig und kommt von σnów= alpw= auf-heben. Dazu Clemen, 1914: 148 mit Verweis auf einen Aufsatz von Merlo, Die romani-schen Bezeichnungen des Faschings, 1912, 89.
370 Die ,, Maskeraden" gehören zu den gängigsten Bezeichnungen der Masken. Der Schwer-punkt der Namensverbreitung liegt in Festgriechenland und Peloponnes, aber auch Make-donien, Thessalien, Epirus und Zypern sind belegt. Abweichende Formen: paoxapádus( 4 g),μασκαράδις( 7 c), μάσκες( 8 8), μουσκαράδες( 5 a).
371 Der Ausdruck ist ausschließlich im Peloponnes zu finden und hängt möglicherweise mitunovλobx( der Haufen) zusammen. Auch: problis( 4 a).
372 Die Bezeichnung geht auf das spanische gambuzo= Maske zurück( Skandalidis,1965: 52). Καμουζέλλες, καμουτζέλλες, καμουζέλοι, καμουαζέλλες gibt es ausschließlich auf Dode-kanes, Euböa und im kleinasiatischen Küstenland( Megas, 1956: 68).
373 Movoxapta muß nicht unbedingt von μooxápta( Rinder) kommen, sondern kann über dieForm μovoxapáões( 5 a) auch mit paoxapádes zusammenhängen. Das Verbreitungsgebiet istPeloponnes und Kykladen. Varianten: μούσκαρα, μουσκάροι, μοσκάροι.
374 Mootooóva ist die Larve, Maske, das verdrießliche Gesicht. Der Schwerpunkt der Ver-breitung liegt auf den Ägäischen Inseln. Nachweise finden sich aber auch in Thrakien, Thessa-lien, Peloponnes, Epirus und an der kleinasiatischen Küste. Große Formenvielfalt: M'roooy'( 7 c),μ'τζουν'( 11 b), μ'τσούνεις( 11 c), μ'τσούνες( 11 b), μισοῦνοι( 11 b), μουτανέλια( 11 b), μουτσουνάρηδες( 11 c).
375 Der Ausdruck Dschamala, Dschamalari( Džamalari), Caualades usw. hat sein Verbrei-tungsfeld in Makedonien und Thrakien( auch türkisch- und bulgarisch- Thrakien) und bezeichnethäufig die das Umzugskamel Herumführenden.
376 Die Bezeichnung ist nur in Thessalien geläufig und hängt mit„ Kalanda" zusammen.377 Der Ausdruck ist auf Attika beschränkt und muß in Zusammenhang mit der Hundefolteram Reinen Montag stehen, der auch oxolodevrépa genannt wird. Die Metonymie erstreckt sich
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