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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
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1660) Das Spiel von der Schwangeren. I. Kyparissia( 250, 5 g). II. Karneval. III. Nachdem Pfeffertanz spielt ein Mann die ledige Schwangere, ein anderer ihren Vater.Die Zuschauer sitzen rundherum mit gekreuzten Beinen. Der Vater sieht seineTochter schwanger, schlägt sie und führt sie jedem einzelnen Zuschauer vor: Werhat dich geschwängert? Der? Nein. Usw. Bei irgendeinem Zuschauer sagtsie dann, er sei es gewesen, und beschmiert ihm das Gesicht mit Ruß. Über denSchuldigen wird Gericht gehalten. Er muß auf die Anklagebank, die ein Gefäßmit Wasser ist, über das ein Teppich gespannt ist. Nach dem unvermeidlichenUnglück geht der Betroffene nach Haus und wechselt die Kleider. V. Hs 1645/1972: 228 ff.

1654) Pováva( 306, 9 c) Hs 1676/1972: 33 ff. 1655) coryxλò( 306, 9 c) Hs1676/1972: 35 ff. 1657) Der Tod des Mapоóуxovλys( 1 b) Hs 359/1968: 80.1658) taxtiápas( 209, 7 a) Hs 2301: 38 f. 1659)( bei 13, 4 d) Hs 1355: 14. 1651)Müllerspiel( 3) Exadaktylu, 1971: 16 f. 1662) Die große Eschka( 201, 8 e)Arnaud off, 1917: 23 ff. 1663)( 2 c) Mammopulos, 1964: B', 177 ff.1664) xλépτixo( 266, 9 d) Papamichail, 1955: 27; 1953: 45 f. 1665)tapáha( 494, 2 a) Churmuziadis, 1938: 344 f. 1666)( 464, 7 c) Per-dikas, 1940: 69 f. 1667)( 9 a) Papakostas, 1957: 342 ff. 1668)( 88,11 d) Argenti- Rose, 1949: 1, 358.

EXKURS III

1) Jahreslauf

Die Maskierungsaktivität fällt fast ausschließlich in den Zeitabschnitt des Karnevalsund der Zwölften, in einigen Fällen( Pontus) währen die Verkleidungsumzüge auch vonNeujahr bis zu Beginn der Osterfasten. 854 Als der Quadragesima vorgelagerter Termingehört der Karneval zu den beweglichen Festterminen, schließt aber häufig den 1. März,den Jahresbeginn des zivilen Jahres in Byzanz, ein, so daß beide Feste koinzidieren.355Wechsel der Jahreszeit und Kalenderbeginn treffen sich in diesem Zeitabschnitt. 356 Überdie Entsprechungen im antiken Festkalender herrscht keine Einigkeit in der Fachlitera-tur.357

Der griechische Karneval dauert drei Wochen: 358 Die erste Woche wird Trio-dion- Woche genannt 859 oder die лpoçový, 860 die zweite die Fleischwoche oder ǎptor-

354 Karapatakis, 1971: 203 ff. trifft die etwas zu pauschale Feststellung, daß derKarneval früher auf dem Dorf unbekannt gewesen sei und durchwegs zu Neujahr stattgefundenhabe; dies wird eingeschränkt durch die Tatsache, daß die Vorfastenwoche schon unter KaiserHerakleius eingeführt wurde, also hohes Alter aufweist( Kurrus in Bausinger, 1964: 86).355 Megas, 1956, Einleitung.

356 Die Terminverschiebung des Neujahrsbeginns kann sich auch bis zum 1. Mai erstrecken.So findet man im Pelion Neujahrsdromena am Maibeginn dargestellt( zu den FolgerungenK. Romaios, 1964 b: 12 f.).

357 Die Kontroversen diskutiert vor allem Clemen, 1964: 139 ff. Er wendet sich gegendie gängige Saturnalientheorie, da dieses Fest zu früh fällt( 17. bis 23. Dezember). Die Luper-calien hingegen seien nie außerhalb von Rom gefeiert worden( dagegen Kurrus in Bausin-ger, 1964: 80 ff.). Clemen plädiert für die Hilarien aus dem Kybele- Kult, die auf den25. März fallen.

358 Dazu Megas, 1958: 59 f., 1951: 3, 67 ff., 1956: 91 ff.

359 Triodion nennt man ein liturgisches Buch des byzantinischen Ritus, das für den beweg-lichen Heortologieabschnitt von der Vorfastenzeit bis zum Karfreitag gilt, in dem jede Messemit drei Oden beginnt.

360 Von лpopwv= ausrufen. Früher wurde der Beginn des Karnevals von einem Hügelnahe des Dorfes ausgerufen( in Hydra wurde er noch vor kurzem eingetrommelt).

17 Puchner

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