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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
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Meter Raum, damit ich suchen kann.

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H: Mach schon, such und find sie.( A

miẞt mit seinem Stock sechs, statt zwei Meter im Viereck aus und beginnt zusuchen). A: Herr. H: Was ist? A: Ihr Geruch steigt mir in die Nase. Ichwerde sie finden.H: Find sie! Mach schon!( Nach einiger Zeit der Durch-suchung hört man einen Schuß und im selben Augenblick fällt A tot zu Boden.M kommt heraus und nähert sich ihm. Sie überzeugt sich, daß er tot ist. Dannhebt sie ihren Rock und entlüftet sich. A wird wieder lebendig, steht erfreut auf).A: Herr, das war ein großartiges Heilmittel. Ich bin wieder lebendig geworden!( Noch bevor er ausgesprochen hat, hört man von neuem Lärm, Glockengebimmel,und gleich danach tritt K( arababas) ein, ein junger Mann mit schwarzem Haarund schwarzem Bart, eine Waffe in Händen). A( sieht ihn und stürzt auf ihn los,rufend): Du hast meine Frau gestohlen. Du hast geschossen. Ich werde dich töten!( Sie kommen ins Handgemenge und schlagen sich wild). H( ruft): Halt! Halt!Auseinander!( Die beiden Gegner hören auf und treten auseinander). H: Sagt mir,was ist los? Was ist zwischen euch? A: Hör zu, Herr. Ich hatte eine Frau, dieMaruska, und die hat der da gestohlen, der Karababas. K: Nein! Er lügt...Diese Frau gehört mir.- A: Nein! Mir!- K: Nein! Mir!- H: Frau, kommher.( M kommt näher). A( mißt sie mit seinem Stock und verkündet): Das ist sie!Meine Maruska!- H: Sag mir, Maruska, wen von beiden magst du? Wen willstdu? M: Den Karababas!- A( regt sich auf, schlägt seine Glocken, dreht sichverzweifelt im Kreis, weint und sagt): Eine Glocke voll Lires hab ich für sie ge-geben. Eine Glocke Lires K( stößt A und bringt ihn hinaus): Geh, Alter!

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Stimme des A: Eine Glocke voll Lires hab ich gegeben. Eine Glocke Lires...V. Samuilidis, 1973: 36 ff.

1620)( 8 f; 1 b) Samuilidis, 1973: 36 ff. 1622)( 422, 1 b) Athanasia-dis, 1960: 5563. 1623)( bei 475, 1b) Papadopulos, 1959: 5083 f. 1625)( 1 b) Oikonomidis, 1927: 181 ff.; Kakuri, 1946: 167.; Kandi-laptis, 1953: 1789 ff.; Megas, 1956: 68 ff.; Karapatakis, 1971:221 f.; Samuilidis, 1973: 36 ff. 1628)( 1b) Fostiropulu, 1950:276 f. 1629)( 1 b) Karapatakis, 1971: 221. 1630)( 8 i; 1 b) Karapata-kis, 1971: 223. 1632)( 8) Melanofrydis, 1953: 1859. 1633)( 1b) Mi-sailidis, 1953: 2337.

1.8.2.2. Gerichtsspiel

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Die Prozeßszenen des Karnevals können auch relativ ernsten Hintergrund haben( wie in Nr. 1641), wo der direkte Übergang von temporär begrenztem Richteramt( Scheinobrigkeit) zur tatsächlichen Rechtsprechung gegeben ist. Die Verwaltungsauto-nomie der Dorfgemeinschaft im Osmanischen Reich mag eine solche Entwicklung be-günstigt haben. Die- ernst oder spaẞhaft absolute Entscheidungsgewalt des Richtershat nicht nur ihren soziologischen Sinn in der Stärkung der Konvergenz der Gruppe,sondern auch einen heortologischen: Der Reine Montag ist ein Purifikationstermin, undniemand soll in die Osterfasten eintreten und in Streit mit jemand anderem liegen. Diewahllose Gefangennahme von Passanten und ihre Verurteilung zu Geldstrafen ist oftauch einfach eine verkappte Form des Sammelumzuges.1634) I. Pylias( Südspitze von 5 g). II. Karneval. III. Man ergreift einen Schuldigen,bezichtigt ihn des Mordes, verurteilt ihn zum Tode; der König begnadigt ihn imletzten Augenblick. Viele Personen spielen mit: der Schuldige, der Kommando-chef, der Vorsitzende des Gerichts, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Amtsdiener,Henker, Nachrichtenbote, eine Abteilung Gendarmen. Die Zuschauer sind zu-gleich Zuschauer beim Prozeß. In der ersten Szene fahnden Gendarmen und der

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