hergeben. Auf der Hauptstraße wird ein Schutzring um die Bräute und die An-führer geschlossen. In der Mitte führt jeder vom Anführer dazu aufgeforderteZeibek seinen Solotanz durch. Er verbeugt sich zuerst vor dem Kapetan, dannvor dem ersten Pallikaren bis zur Erde, berührt mit der rechten Hand den Bodenund führt sie, sich wieder aufrichtend, an das Gesicht. Dies gilt als Ehrenbezeu-gung. Vor den Bräuten verbeugt er sich ebenfalls; die übrigen Zeibek grüßt er,indem er die rechte Hand an das Gesicht führt und sich kurz verbeugt. Auf einenPfiff des Kapetan hin beginnt er den Tanz: Es wird eréxixo gespielt. Früherspielten zwei xuvréλta, eine Art Buzuki mit zwei Saiten, und ein τouμлеλéx!( Ton-trommel mit Membran). Die Bräute schlagen die Schellentrommel, und alle singenein Lied. Im Laufe des Tanzes hantiert der Zeibek mit blanken Messern undPistolen. Am Ende tanzt der Kapetan selbst. Nur die Kapetanissa( eine derBräute) darf ihn unterbrechen. Die zwei Lords gehen hinterher, drücken mitlebhaften Handgebärden ihre Verwunderung über dieses oder jenes aus. DerAraber führt sie an einen Platz außerhalb der Stadt und beraubt sie. Sie werdenzusammengebunden und auf den Zentralplatz gebracht. Dem Araber wird dieseTat verziehen, und er wird in die Gruppe der Zeibek aufgenommen. Die Lordswerden gegen hohes Lösegeld freigelassen.( Der Autor gibt an, daß es im 19. Jahr-hundert zu richtigen Entführungen gekommen sei. So sei die Tochter des öster-reichischen Attachées entführt und erst gegen Lösegeld freigelassen worden.)-Auf dem Hauptplatz kommt es wieder zum Tanz in der oben beschriebenenForm. Zuletzt tanzt der Kapetan. Die Kapetanissa tritt an ihn heran und bittetihn aufzuhören. Er befiehlt dem Araber, mit der Kapetanissa zu tanzen. Diesertut es und küẞt sie. Der Kapetan unterbricht den Tanz und verurteilt den Araberzum Feuertod. Ein Feuer( oder bengalische Lichter) wird entzündet. Amletzten Sonntag ziehen alle Gruppen zusammen durch die Stadt( 16,30-17,00 Uhr).Am Hauptplatz beginnt ein Tanz in der schon beschriebenen Ordnung. Der ober-ste Kapetan tanzt zuerst, dann die anderen Kapetane, dann die Zeibek in Grup-pen von vier bis sechs. Wieder kommt es zum Brautkuß und zur Verurteilung desArabers. Die Vorstellung endet um 19,30. Dann begibt man sich nach Lazaretta,einer Örtlichkeit eine Stunde von der Stadt entfernt, und hält ein Symposion ab.V. Sideris, 1913/14: 559 ff.; Dh., 1960: 8 f., 22. VI. Sideris hält denBrauch für türkischer Herkunft, weil der Halbmond noch getragen wird.1570)( 477, 2b) Hs 1152: 24. 1571)( 13, 4 d) Hs 1479г': 251 ff. 1573)tà Maoбxhovẞa( 229, 5 g) Hs 1159 A': 33. 1576)( 414, 11 a) Hs 1319/1971:95 ff. 1577)( 6 a) Protopapa- Bubulidu, 1958: 14 ff; Konomos,1953: 274 f. 1578)( 111, 2 c) Megas, 1956: 94 f. 1580)( bei 213, 5 b) K. A.Romaios, 1944/45: 109 f. 1582) xaplaßádec( 11d) Zervudis, 1957/58: 295 ff. 1583)( 11 e) Topuzis, 1957: 39 f. 1585)( 9b) Jeorgulas,1968: 57. 1586) Arap Oyunu( 1 ac) And, 1963/64: 53 ff. 1587) Efe ve KadiOyunu( 1 a) And, 1963/64: 54 f. 1588) Köse Oyunu( 1 ac) And, 1963/64: 54 ff. 1589) Geyik Oyunu( 1 ac) And, 1963/64: 57 f. 1590) KalkaganOyunu, Ostanatolien, And, 1963/64: 58.
1.8.1.1.5. Urban beeinflußter Karneval
Bei den in Lesbos aufgezeichneten Formen geht der Trend nicht zur allegorischenWagenprozession, sondern zur kabarettartig aktuell- satirischen Szene.
1592) I. Ajassos( 19, 11 b). II. Karneval 1959. III. Männer verkleiden sich als Frauenund tragen Masken, die mit großer Sorgfalt hergestellt werden. Die Kulminationder Maskenaktivität liegt am Käsesamstag und-sonntag und am Reinen Montag.
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