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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
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sich als Bräutigam, Braut, Priester, Schwiegermutter und Gefolge des Bräutigams( Bláundes). Nach der Parodie einer christlichen Hochzeit folgt der Tanz desBrautpaares. Die Braut trägt einen grellroten Schleier, der Bräutigam eine Schaf-hautmaske, lange Haare und einen Riesenschnurrbart. In Wort und Gebärdekommt es zu Obszönitäten. Nach dem Tanz begibt man sich in einen leeren Ko-nak, wo folgende Szenen folgen: Die Braut wirft den Bräutigam hinaus; anderefolgen; keiner ist ihr gut genug. Die Abgewiesenen gehen zum Feuer und ergehensich dort in obszönen Pantomimen. Die Braut trifft endlich ihre Wahl; im Konakerfolgt eine Parodie der Geschlechtsvereinigung. Vor dem Zelt tanzt man inzwi-schen den Piperi- Tanz( er wird hier auch am zweiten Tag der Hochzeit getanzt).Es folgt eine Parodie der Kindes- Taufe. Als Bettler und Zigeuner Glossar ::: zum Glossareintrag  Zigeuner Verkleidetekommen und werden mit Aschensäcken auf den Kopf geschlagen. Es folgt wiederTanz. Gegen Morgen spielt man die Auferstehung des Toten: und zwar deshalb,damit niemand vor seinem Alter sterbe. Eine Grube wird ausgehoben, rundherumSteine ausgelegt. Alle binden sich schwarze Tücher um den Kopf und ziehen sieals Schleier bis zum Mund herab. In die Grube legt man einen Hirten mit demGesicht gegen Sonnenaufgang. Man bekreuzigt sich, bindet ihm die Hände kreuz-weise mit einem Stück Leinentuch( Leichentuch) zusammen. Er wird geschmückt,dann mit Steinchen und Holz oder Zweigen bis zum Hals bedeckt, niemals mitBlumen oder Gras. Man zündet Kerzen an, setzt sich rundherum und beginnt denThrenos( to xhappo). Im Morgengrauen( niemals in der Nacht) singt man dieüblichen Moirologien, rauft sich die Haare, zerkratzt sich die Wangen, schlägtsich die Brust und weint. Männer tun das sonst nie, doch hier treten sie an dieStelle der Frauen. Nach einer halben Stunde steht man auf, um den Toten einzu-schaufeln. Man hebt ihn an Kopf und Beinen auf- da erwacht er zum Leben.Es folgt ein großer zyklischer Tanz von Männern und Frauen, den der Tote"anführt. Der Brauch wird geübt,, damit keine Dürre ausbricht"( già unTéoet еpació). V. Hatzimichali, 1957: pvm' ff., in Kurzform bei Fer-more, 1966: 42 ff.

1540) róptxos ráμos( 13, 4 d) Hs 1479 I': 227 f. 1541)( 111, 2 c) Hs 1665 B': 13.1542) poбheç( 548, 5 c) Hs 1968: 39. 1543)( 39, 7 b) Hs 1974: 60. 1545)( bei184, 7 a) Hs 2301: 456 f. 1546)( 134, 8 g) Hs 2737: 27. 1547)( 269, 5 b) Hs 1302/1971: 150. 1548) xapovedec( 360, 11 e) Hs 1333/1971: 128. 1550)( 221, 4 g)Hs 1486/1971: 203. 1551)( 533, 5 e) Hs 1542/1972: 21 ff. 1552) μлоvμлоvxépla( 255, 5 c) Hs 1545/1972: 124 f. 1553)( 5 c) Hs 1771/1973: 100. 1554)( 415, 5 f)Hs 1780/1973: 81. 1555) µлоñλеç( 5 d) Hs 1282/1971: 91. 1556)( 391, 5 g) Pa-pachristopulos, 1961/62: 12 ff. 1558)( 11, 1 a) Bibelas, 1956: 28 ff.1559) γάμος τοῦ Κουτρούλη( 441, 2a) Vutsopulos, 1960: 312f. 1561)( 150, 9 c) Salamagas, 1957 a: 234 ff., 1957 b: 58 ff. 1562)( 11 e) Mi-chailidis- Nuaros, A' 1932: 19 ff. 1563)( 150, 9) Krystallis, 1948:163 ff. 1564)( 3) Exadaktylu, 1971: 9 f. 1567) O ráμos toб Kapaɣió( bei 533, 5 e) Kalfantis, 1957/58: 634 ff. 1568)( 333, 4 e) Kutsukis,1969: 162. 1569)( 163, 5 c) Paparrigopulos, 1970: 176.

1.8.1.1.4. Tod- Auferstehungs- Zyklus und Arztparodie

Dem Thanatos- Palingenesie- Zyklus liegt die Vorstellung des Vegetationszyklus imJahreslauf zugrunde. Zwei parodistische Elemente lagern sich an diese Grundstruktur an:die Begräbnispersiflage mit dem Pseudothrenos und die Therapieparodie des, Wiederer-weckers", des Arztes. Das Sich- Tot- Stellen hat nicht nur fertile Finalität im Sinne desbiblischen Samenkorngleichnisses, sondern soll auch das tatsächliche Ableben vor der

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