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Brauchtumserscheinungen Glossar ::: zum Glossareintrag Brauchtumserscheinungen im griechischen Jahreslauf und ihre Beziehungen zum Volkstheater : theaterwissenschaftlich-volkskundliche Querschnittstudien zur südbalkan-mediterranen Volkskultur
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zen. Es folgt der Bräutigam in Lumpen gekleidet, ein gigantischer Schnurrbart, inder Hand eine Spielkette( xоμлóló) aus Zwirnsspulen, beides Zeichen derStärke; die Braut, bescheiden, den Blick gesenkt, riesige Brüste, ein rundgewölbtesHinterteil, fällt alle Augenblicke vor lauter Scham in Ohnmacht; der Beistand,der sie an der Hand führt, hält ihr eine Zitronenhälfte unter die Nase, damit siewieder zu sich kommt. Nr. 10 der Prozession ist der Esel mit der Mitgift:Schnapsflaschen und alte Kisten hängen rundherum herab. Nebenher geht einBuckliger( xaproбрηs) mit einem Staubwedel und ruft: Zurück, Maskierte,staubt die Mitgift der Braut ab, die das Licht ihrer Augen gab, um sie zusticken." Es folgt ein Arzt mit hundeartigem Gesicht. Nr. 13 ist ein Satyr, es folgtein Tänzer mit Hirschgeweih auf einem Bocksschädel. Man lädt die Mengezur Vorstellung auf dem Hauptplatz ein. Die Maskierten werden oft angehalten,trinken viel, fallen oft auf den Erdboden und ergehen sich in Obszönitäten. AmHauptplatz werden dann sarkastische und obszöne Lieder und Verse vorgetragen,von denen noch viele erhalten sind. Es folgt ein Prosperitäts- und Apotropäums-wunsch: ,, Der Weizen soll mannshoch werden. Der Schnee soll die Erde miteinem Laken bedecken. Oh! oh! oh! Kein Sterben soll die Hennen heimsuchen.Ah! ah! ah! Geister und Kallikantzaroi verschwindet von hier. Kommt ihr dur-stigen und fleischfülligen Hirsche. Eßt, trinkt, trinkt kristallenes Wasser aus derQuelle, werdet satt und Gott mit uns." Dann wird die Hochzeitsparodie vonKutrulis gespielt, nach dem laut oraler Tradition der Brauch entstandensein soll. Die Männer wälzen sich vor Trunkenheit und Lachen am Boden. V.Kiakidis, 1960: 52 ff.; Vuts opulos, 1955: 237 f.1483) Kiоnèx Mлéns( 440, 12 a) Hs 2374: 127. 1484)( 4, 2 a) Hs 2343: 431 f.1486) Kukeri( 292, 2 b) Kazarow, 1908: 407 ff. 1487) Kukeri( 2 b) Ka-zarow, 1908: 407 ff. 1488)( 8) Stam( atopulos), 1938. 1490)( 254,12a) Christidu, 1968: 245. 1491) Χούχουτος, Κούκηρος( 232, 2b) Me-gas, 1960/61: 472 ff. 1493)( 327, 1a) Bogas, 1964: 129 f. 1494) Mπéns( 304, 12 a) Anonym, 1970: 238 f. 1495)( 431, 12 a) Grammatik oglu,1969: 192 f. 1496)( 237, 12 a) Anonym, 1969: 248. 1497)( 331, 12 a)Anonym, 1968: 108.

1.7.2.2.3. Lazaruskalanda

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Die epirotischen Lazaruskalanda unterscheiden sich deutlich von den übrigen durchihren theriomorphen und martialischen Charakter. Die Adoleszenz- Initiation der Zwölf-ten- Kalanda mit ihrer hermetischen Gruppenbildung und ihren harten Belastungenscheint sich hier an den Lazarustermin angelagert zu haben. Waffe und Maske habendenn auch mit dem nachfolgenden Lazaruslied wenig zu tun.1498) I. Sarakatzanen. II. Palmfreitag. III. Alles geht in Trauer, yati elv' AάtapovsSanlovμévous( weil Lazarus tot ist). Die Frauen tragen schwarze Tücher, sit-zen am Boden im Konak und sprechen nicht. Jedes Zelt wartet auf das Kom-men des Lazarus, ein Junge von zwölf bis 18 Jahren, ganz in ein weißes Kleid ge-hüllt, eine weiße Haube, die Hände gekreuzt und zusammengebunden(= Laza-rus im Grab). Er wird von einer Gruppe von zehn bis zwölf Kindern( λata-poúdia) herumgeführt: Zwei halten ihn, denn er hat die Augen verbunden. Im Ko-nak legt er sich( tot) auf den Boden. Die Kinder singen das Lazaruslied, das etwaeine halbe Stunde dauert(!). Dann helfen sie dem toten" Lazarus wieder aufund ziehen weiter. V. Hatzimichali, 1957: pεa' ff.

1502) I. Liuntzi( sieben Dörfer im Nordepirus, 2 c). II. Palmdienstag bis Palmsamstag.III. Burschen und Männer bilden einen Maskenzug: ein Führer( xanеtávioç) in

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