steckt. Mit dem Anziehen der beiden Seile beginnt der Hund in einem Radius vonca. 4 m in der Luft zu rotieren. V. Hs 900/1969: 34 ff.
892)( 195, 5 b) Hs 1766/1973: 148. 894)( 63, 5 g) Hs 1366/1971: 61. 895)( 17, 8 g)Hs 1341/1971: 155 f. 897)( 251, 12 b) Hs 2392: 435. 898)( 434, 1 a) Hs 1379:47 f. 899)( 467, 12 a) Muchtaridu, 1968: 150.
1.6.3.2. Das Maiholz
Im Zusammenhang mit dem„ Maikugeln“ findet auch das payiópo Verwendung:ein rot gefärbter Phallus aus Holz oder Ton, der im Zentrum fertilitätsbefördernderAkte steht. Die Bedeutung des Maiholzes findet ihren Ausdruck in verbalen Idiomatis-men wie: Πήγατε νὰ πιάσετε τὸ Μάη;( habt ihr den Mai angefaßt?) oder: Πιάσετε τὸMartósolo;( habt ihr das Maiholz angefaßt?), die dann auch ein Synonym für die Fragenach Kopulation sein können. 246
901) Mesimvria( 316, 2 b). II. 1. Mai. III. Die Frauen gehen in den Garten und singenKarnevalslieder. Männern und Kindern ist es verboten, sich ihnen zu nähern. Sietanzen, wälzen sich im taunassen Gras, gürten sich die Lenden mit Korbweidenoder Malven, umarmen dicke Bäume oder schlucken eine kleine grüne Nuß. Siehaben auch einen tönernen oder hölzernen Phallus, Máns oder partósolo genannt,rot bemalt und mit Grün und Blumen geschmückt, der herumgereicht wird. V. Hs1104: 159 ff. und Megas, 1951: 3, 121 ff.
900)( 46, 2 b) Hs 1104 B': 1, 3, 12.
1.6.3.3. Der Hebammentag( µépα the papers)
Von zentralem Interesse ist hier wieder das Hantieren mit einem penisartigenGegenstand in kopulativer Bedeutung. Die selten auftretenden Verkleidungen sind nichteigentlich sinnstiftend, sondern Attribute, die sich vom Karneval herkommend an dasFest angelagert haben. Das deutlich matriarchale Element des Festes( nur Mütter dürfenteilnehmen; also nicht„ gynaikokratisch", wie so oft zu finden ist, auch kinderlose Ama-zonen bilden eine Gynaikokratie) mit dem Aktionszentrum der Ehrung der Hebammedes Dorfes fußt auf der Macht der Frauen in Krisenphasen; in ihrer Hand liegt Heil-praxis und Heilwissen, Geburt und Tod. Das patriarchal- staatlich- autoritäre Wertsystemder offiziellen Männerwelt überdeckt ein anderes, das heilpraktisch- magisch- sakrale, dasWissen der alten Frauen und die geistige„ Macht" des Priesters. 247 Jenem zweiten Wert-system ist das Hebammenfest verpflichtet. Es handelt sich weniger um ein matriarchali-sches Survival die historische Vorgängigkeit des Matriarchats, wie sie Bachofen
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in seinem geschichtsphilosophischen Schema vertreten hat, ist unbewiesen- als um eineAusdrucksform einer temporär begrenzten„ Verkehrten Welt" mit weiberbündischer Glossar ::: zum Glossareintrag weiberbündischerStruktur. Die Akkumulation von Karnevalsattributen und-attitüden würde dafürsprechen. Der Termin des 8. Januars ist ungeklärt( vielleicht besteht eine Beziehung derVerehrung der Hebamme zu Christi Geburt), die geographische Ausbreitung( in Make-donien angesiedelte Flüchtlinge aus Ost- und Zentralthrakien) hat zu mannigfachenHypothesen Anlaß gegeben. Der orgiastische Zug des Festes legte vor allem ein Paralle-lisieren mit dem Dionysos- Kult nahe.
902) I. Bejuk- Machalas( 84, 8 j), Flüchtlinge aus Stachtochori( im Bereich von Anchialos40, 2 b). II. 8. I.; die aus 20 Familien bestehende Flüchtlingssiedlung hat mit die-sem Brauch aufgehört, da sie von den Ansässigen verlacht wurde. III. Die Teil-nahme an dem Fest ist nur den verheirateten Frauen gestattet, nicht Witwen und
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246 Hs 1466/1971: 63 für Manolas 295, 5 d.
247 Dazu Blum, 1970: 171 ff.