chische Schwalbenlied als unumstößlichen Beweis der durchgängigen Kontinuität helleni-scher Kultur anführen, was ihn zu einem der Begründer der geistigen Bewegung desPhilhellenismus machte.229
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paganes
Die Lazaruskalanda haben sich wahrscheinlich erst nach dem Bilderstreit in ausge-prägter Form eingebürgert, aber auch ebenso wie der gesamte OsterzyklusFrühlingsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Frühlingsbrauchtum aufgesogen. 280 In ihrer Herkunft an die orthodoxe Liturgie gebun-den, ist ihr Verbreitungsraum auch mit der Ostkirche identisch.231
Das ältere Frühlingsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Frühlingsbrauchtum kulminiert aber vor allem in den Maikalanda unddem Rosalien-( Rusalia)-Fest. 232 Das Altertum machte generell starken Gebrauch vonBlüten und Zweigen. Rosalia nannte man den Tag der Rosen im römischen Festkalender,in Byzanz werden die povoάλia im Mai und Juni mit Paraden, blumengeschmücktenStraßen und dem Sammelumzug der Jugend gefeiert. Lehrer und Studenten haltenReden, Agone werden durchgeführt, die Atmosphäre ist heiter. Die Christianisierunglagert das Fest an den Heiligenkult an und macht es zum Totenfest. Die Gräber derMärtyrer werden mit Rosen geschmückt und man hält ein Mahl am Grab ab. 238 DerBlumenschmuck gilt allgemein als Dämonenabwehr und ist prosperitätsfördernd.234 Einanderer theoretischer Ansatz bringt die Mai- Kalanda mit dem spätrömischen Matovμaç-Fest in Zusammenhang, das alle drei Jahre in Rom und Antiochia mit Symposien, Tän-zen und wahrscheinlich auch obszönen Szenendarstellungen gefeiert wurde. 235 WennKukules' Hinweis stimmt, daß das Maifest ursprünglich am 1. März gefeiertwurde, 236 dann ist der Bezug zu den dionysischen Anthesterien, wie ihn Furiotisgesehen hat, doch nicht a priori auszuschließen. 237 Naheliegender ist allerdings für einensolchen Bezug das Faschingsbrauchtum Glossar ::: zum Glossareintrag Faschingsbrauchtum.238
Ein Seitenblick auf die gesamteuropäische Lage, eine systematische Zusammenstel-lung der Quellenangaben und eine vorsichtige Kalkulation des Wahrheitswertes der In-formationen( klerikale Polemik usw.) klären das Bild nicht wesentlich: Es bleibenLückenbezirke und Leerperioden sowie ein generelles Unbehagen vor dem Formen- undDatenbrei des Synkretismus, wo ein sonst erkenntnishältiges Analogieprinzip als legitimeMethode oder Komparation keine Differenzierung mehr ergibt, sondern in uferloserPanmixie aufgeht. Nimmt man Elemente wie Blumenschmuck, Festmahl, Geschenktauschu. a. als Vergleichsgrundlage, so kann man bald alles mit allem vergleichen mit demErgebnis Frazerscher Kompilatorik und a- historischer Kontinuitäten. Noch dazu sinddie phänomenologischen Ansatzflächen chronologisch und geographisch inkongruent: auf
229 Voyage littéraire de la Grèce, ou lettres sur les Grecs anciens et modernes, avec uneparallele des leurs moeurs, vol. I, pp. 214-285, Paris 1783³.
230 Aranca, 1968: 81 ff. setzt den Lazarus- Umgang in Beziehung zu den altgriechischenund vorderorientalischen Glossar ::: zum Glossareintrag vorderorientalischen Adonis- Prozessionen. Die Gemeinsamkeit besteht aber doch wohl nur inder generellen Basis des Frühlingsbrauchtums Glossar ::: zum Glossareintrag Frühlingsbrauchtums und der symbolischen Neubelebung der Vegetation.231 Dazu Arnott, 1956: 562 ff., die die älteren frühlingskultischen Elemente für zweit-
rangig hält.
29 ff.
232 Dazu Furiotis, 1953: 551 ff., Kukules, 1940: 58 ff. und 1948-55: B', 23 ff.,233 Heute besteht der Glaube, daß von Ostern bis zum Pfingstsamstag, dem Tag der Rusalia,die Seelen der Verstorbenen auf der Erde weilen. Die Bindung des Rosentages an Pfingsten voll-zog sich nach Kukules, 1948-55: B', 29 ff., im Mittelalter.
234 Der Maikranz über der Haustür ist u. a. auch ein Apotropäum( Kukules, 1940:58 ff.235 Es ist bis ins 5. Jahrhundert nachgewiesen( Kukules, 1948-55: B', 23 ff.).236 1940: 58 ff.
237 Der Anthesterienmonat war der 8. Monat des attischen Kalenders und erstreckte sichvom 15. Feb. bis zum 15. März. Vom 11.- 13. März wurde das Fest gefeiert: Pithoigia, Choes,Chytroi( Furiotis, 1953: 551 ff.).
288 Aus diesem Grund wird das Anthesterienfest erst bei Besprechung des Karnevals( ExkursIII, Kap. 6) auf relevante Querverbindungen hin analysiert.
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