tigsten Brauchtermine, die mit Sammelumzügen usw. verbunden sind, gibt folgendesBild: 50
26. Okt.
25. Dez.
1. Jän.
6. Jän.
7. Jän.
8. Jän.
1. Woche des
Karnevals
2. Woche
DonnerstagSamstagFleisch-
sonntag
3. Woche
Montag
Samstag
Käsesonntag
Reiner
Hl. Demetrius
Weihnachten
Neujahr
Theophanie( Epiphanie)
Hl. Johannes der VorläuferHl. Domnike
Beginn der Trioden
,, Fleisch"-Wocheτσικνοπέφτη
,, Seelen"-SamstagSexagesima
,, Käse"-Woche
Käsemontag
,, Seelen"-Samstag
Quinquagesima( Estomihi)
Beginn der Osterfasten
Palmsonntag
Einzug Christi in Jerusalem
Karwoche
Christi)
Gründonners-
tag
Karfreitag
Karsamstag
OstersonntagNachoster-
Kinderumzüge( Threnos
Marienklage
EpitaphprozessionAuferstehung Christi2. Auferstehung( Agape)Woche der ,, Erneuerung"( τῆς Διακαινισίμου)Sonntag des UngläubigenThomas( τοῦ Θωμᾶ)Μεσοπεντηκοστή
Rusalien- Samstag
Maibräuche
woche
Sonntag
,, Mittpfing-
sten"
Pfingstsams-
tag
1. Mai
21. Mai
24. Juni
Hl. Konstantin u. HelenaHl. Johannes
14. Sept.
Tag der Kreuzerhöhung
Montag1. März23. April
Palmsamstag
Schwalbenumzug
Hl. Georg
Auferstehung Lazari
( τῆς ὑψώσεως τοῦ
Τιμίου Σταυροῦ)
Besonders bei den großen Kirchenfesten kommt auch der vorausgehende und dernachfolgende Tag als potentieller Brauchtermin in Frage. Festabfolgen wie die Zwölften,die letzte Karnevalswoche oder die Osterwoche können auch zu durchgehender Brauch-aktivität Anlaß geben.
Die Angaben von Tageszeiten im vorgegebenen Raum sind nicht deckungsgleich mitder mitteleuropäischen Terminologie: Der„ Morgen"( лpwt) meint manchmal den ganzenVormittag bis etwa 13-14 Uhr.„ Mittag"( peonpépt) ist eine Zeit der Ruhe( mediter-rane Siesta). Der„ Nachmittag"( añóуevμα) beginnt etwa um 17 Uhr und dauert bis zurvölligen Dunkelheit. Dann erst beginnt der„ Abend"( ßpádu). Präzise Zeitbestimmun-gen sind im vorliegenden Quellenmaterial eher selten.
Die katalogisierte Darstellung der Festaktivität der„, Volkskultur" und die Festpro-gramme der organisierten Brauchpflege geben einen verzerrten Eindruck von derBrauchrealität: Beide intensivieren darstellungsmäßig die Aktivität der Brauchträger,verdichten chronologische und geographische Brauchstreuung: Denn auf der Karte undim Kalender sind die Zwischenräume klein, und eine solche Überkonzentration des weitAuseinanderliegenden( zeitlich und räumlich) erweckt leicht das Gefühl hektischer Akti-vität. Dadurch verschiebt sich aber die psychologische Wertigkeit des Brauches erheblich:Denn zum Fest gehört die Einmaligkeit, zur Ventilsitte die emotionelle Stauung, zumÜberschwang das Maß. Es ist der monotone Alltag, der in solchen Zusammenstellungender Jahreslauf- Festtermine zu kurz kommt.
0. 6. Geographische Fragen
Die räumliche Abgrenzung des in Frage stehenden geographischen Gebietes wirddurch den Terminus ,, südbalkan- mediterraner Raum" geleistet, der aber noch näher zudefinieren bleibt. Von staatlichen Grenzziehungen als Definitionskriterium wurde abge-sehen, da sie junger Natur sind und sich mehrfach verschoben haben; scharfe Grenzlinien
50 Dazu vgl. vor allem Megas, 1956 und Spyridakis, 1960/61: 73 ff., bes. 112 ff.und Kyriakidis, 1934-37 b: 659 ff. Die Erklärung der einzelnen Termini findet sich inder Materialdarstellung selbst.
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