viaturen sind im Ortsregister mit berücksichtigt. Die arithmetische Numerierung um-faßt nur 82,6% aller geographischen Verweise; sie entspricht aus technischen Gründen( Transkribierung) nicht ganz der alphabetischen Ordnung, aber doch soweit, daß dasalphabetisch geordnete Register der Ortschaften im Anhang zugleich auch als Legendezur Übersichtskarte der Ortschaften in der Buchtasche dienen kann. Die eventuell vor-handene spezielle Brauchbenennung wird auch hier in der Originalsprache angeführt.
Alle statistischen und geographischen Angaben und Auswertungen beziehen sichgrundsätzlich nicht nur auf die explizit angeführten Stichproben, sondern auf das ge-samte Quellenmaterial. Der rigorose Anspruch absoluter Überprüfbarkeit muß hier Kon-zessionen mit pragmatischen Überlegungen zur Darstellungsmöglichkeit eingehen. 45
In Ansehung der relativen Isoliertheit griechischer Brauchforschung und in Anbe-tracht der Schwierigkeiten im Zugang zu den einzelnen Quellenbezirken wurde aufExaktheit und Fülle der Belegnachweise größter Wert gelegt. Als Ansatzfläche weiter-gehender Untersuchungen soll der Quellenkatalog eine tragfähige Basis abgeben, die vonden wechselnden Forschungsansprüchen des Tages nicht so leicht überfordert werden
kann.
0. 5. Chronologie
Präzise chronologische Informationen bezüglich des Zeitraumes, auf den sich eineBrauchdeskription bezieht, sind selten. Ausdrücke wie„ früher“,„ in alter Zeit", meistdann in Entsprechung gesetzt mit einem„, heute" und der Konstatierung der Brauchver-armung, beziehen sich auf die Periode vor dem Zweiten Weltkrieg bzw. die Periode vorden großen Bevölkerungsbewegungen nach 1920. 46 Bei fehlenden Angaben wird dasBrauchvorkommen diesem Zeitraum zugerechnet. Die Mehrzahl der Zeugnisse( vor allemdie handschriftlichen Sammlungen) berufen sich auf die Aussagen älterer Leute, die ausihrer Jugend berichten( also etwa 1880/ 90-1920). Bezeichnet eine Studie ihre Angabenausdrücklich als rezent, so ist immer noch ihr Erscheinungsdatum zu beachten. Auch dieersten großen Sammlungen fallen in diesen Zeitraum. Nun kann man nicht sagen, daßdiese Periode ohne demographische Bewegungen und militärische Operationen gewesensei, 47 aber sie griff doch nicht so einschneidend und systematisch in die autochthonenExistenzformen der Bevölkerung ein wie der Populationsaustausch mit Bulgarien undder Türkei oder die dreijährige deutschitalienische Okkupation mit dem nachfolgendenBürgerkrieg.
chende Zahl fixiert. Um die Effektivität der Quellenangaben für etwaige Detailstudien aber nichtin Frage zu stellen, werden diese Ortsangaben im Ortsregister berücksichtigt, und zwar nicht mitdem bloßen Seitenverweis wie die übrigen Angaben( dann wäre sie auf der entsprechenden Seiteja nicht aufzufinden), sondern unter zusätzlicher Anführung der Laufnummer der jeweiligenFallstudie.
45 Die geographischen Angaben konnten ganz knapp verschlüsselt und somit berücksichtigtwerden. Dies ist aber nicht bei allen Angaben möglich. Daher wurde auch von einer Computer-Auswertung abgesehen. Die Edition aller Quellen stellte- auch bei einer noch weitergehendenraumsparenden Kodierung ein zumindest zweibändiges Unternehmen dar. Sowohl vom Um-fang als auch von der Chiffrierung her bewegt sich aber ein solches Vorhaben an der Grenze desLesbaren. Überdies wäre die Forderung nach Zitierung der Quellen in Original und Übersetzungwieder nicht zu erfüllen. Ein gewisses Maß an Vertrauen in die untersuchende Instanz läßt sichauch durch ausgefeilteste Methodik und Präsentationstechnik nicht ersetzen.
46 So beziehen sich fast die gesamten Angaben über die griechische Volkskultur am Schwar-zen Meer auf diesen Zeitraum.
47 Immerhin fallen in diesen Zeitraum der griechisch- türkische Krieg von 1897, die Bal-kankriege und der Erste Weltkrieg. So bedeutende Provinzen wie Kreta, Thessalien, Makedonienund Westthrakien werden dem Ottomanischen Reich abgerungen und dem Staat Griechenland an-gegliedert.
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