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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
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Arbeiterunterkünfte und Almhütten in der Umgebung

des ehemaligen Hallamtes Aussee

Von Franz Stadler

Vorbemerkung

Die Salzgewinnung hatte zu allen Zeiten eine rege Bautätigkeit zur Folge. EineErmittlung der Funktion und Bauart dieser Gebäude ist für das Verständnis der ehe-maligen Betriebsvorgänge eine notwendige Voraussetzung. Im Rahmen dieser Ar-beit ist vor allem eine Untersuchung jener Bauten vorgesehen, die den Bergleuten,Pfannhausern und Holzknechten im Verlaufe einer Arbeitswoche oder zwischenzwei Arbeitsschichten als Unterkunft gedient haben. Aus dem Mittelalter sind aller-dings über Größe und Konstruktion der Werksbauten nur wenige Nachrichten er-halten, die für einen Rekonstruktionsversuch keineswegs ausreichen. Es müssen da-her auch ältere Bauwerke herangezogen werden. Dafür eignen sich vor allem die al-ten Almhütten im Sandlingbereich und auf der Dachstein- Hochfläche¹), die heutenoch Steinmauerwerk, Blockwände, Dächer, Dachstühle, Decken, Feuerstätten undWasserstellen aufweisen, wie sie auch bei den ehemaligen Arbeiterunterkünften desHallamtes Aussee anzunehmen sind. Alle Bauten dieser Art dienten nicht als Wohn-stätten im üblichen Sinne, sondern mehr oder weniger als Notunterkunft für kurzeZeit. Weder die Bauherrschaft noch die Benützer legten daher auf eine komfortableAusstattung einen besonderen Wert. Weiters standen diese Bauten meistens von gutbefahrbaren Transportwegen weit entfernt, weshalb man mit jenen Baustoffen aus-kommen mußte, die in der Umgebung der Baustelle vorkamen. Das sind auch dieGründe, warum bei diesen Gebäuden heute noch eine Bautradition erkennbar ist,die viele Generationen überdauert hat.

Historische Übersicht

Die Bevölkerungsdichte des Salzkammergutes nahm im 14. und 15. Jahrhun-dert ständig zu und damit auch der Bedarf an landwirtschaftlichen Nutzflächen. ImUrbar der Herrschaft Pflindsberg aus der Zeit um 1474 sind z. B. schon fast alle Al-men dieses Gebietes verzeichnet. 2) Es stieg aber auch die Salzproduktion und damitder Brennstoffverbrauch rasch an, so daß die Holzreserven schwanden. Die Hall-amtsordnungen schrieben daher schon am Anfang des 16. Jahrhunderts Holzspar-maßnahmen vor und verboten auch eine Vermehrung der Almen.³) ,, Von wegen derholtz stuben, dieweil die holtzmaister in den werchstetten zu irer enthaltung holtz-stuben setzen und haben muessen, und so dann dieselben holtzmaister die werchstetgelert und die holtzstuben steen lassen, dann die alben leut sich etlicher orter dareinziehen, und die werchstet, da hallwidt wachsen soll, zu alben zemachen understeen,

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