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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
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Ikonographische Impressionen aus Oberösterreich

Von Emil Schneeweis

Wenn man auch nicht die Möglichkeit hat, in einem volkskundlich so interes-santen Bundesland wie Oberösterreich systematisch zu arbeiten, bietet sich dochnoch immer der Ausweg an, bei gelegentlichen Besuchen mitzunehmen( bildlich ge-sprochen!), was sich unsereinem am Wege zeigt.

Freilich kann auch dieses Aufsammeln von ,, Streufunden" unter einem gewis-sen Generalthema erfolgen, in unserem Falle unter jenem der religiös- volks-kundlichen Ikonographie, sodaß sich am Ende immerhin ein wenn auch lückenhaf-tes, so doch weitgespanntes Netz von Belegen ergibt, welches entsprechend dem ei-gentümlichen Charakter des Generalthemas Aufschlüsse zu bieten vermag. Findetdoch die Ikonographie der christlichen Kunst ihre Krönung und Erfüllung durchvolkskundliche Arbeitsweise, weil diese die Funktion einschlägiger Objekte inner-halb der überlieferten Gemeinschaft erforscht und schildert, somit über jede reinkunsthistorische Methode a priori hinausreicht. Ihre Ergebnisse sind wertvolle Indi-zien für die Volksfrömmigkeit; haben ja alle diese Bildwerke auch die der soge-nannten Hochkunst einen didaktisch- kergymatischen Zweck im Sakralbereichund waren oder sind zu manchmal verschiedenen Zeiten einflußgebend für dieFrömmigkeit des Volkes. Vice versa öffnen sie uns den Blick für dessen Bedürfnisse,etwa in Form der Votivbilder und Flurdenkmale, um nur zwei Beispiele zu nennen.Unter den Faktoren, welche die Gestaltung eines solchen Substrates der religiösenIkonographie bewirken, können wir wiederum individuelle, lokale, regionale undüberregionale herausarbeiten; in dieses Schema lassen sich unschwer auch histori-sche Fakten, wie feindliche Invasionen, Pestepedemien und Ingerenzen der Wirt-schaftsform einordnen. Zugegebenermaßen sind manche dieser Dinge zuweilennicht eben leicht zu erfragen; dies beruht unter anderem auf dem generellen Rück-gang der Heiligenverehrung auch und gerade in der katholischen Kirche¹) sowiein Zusammenhang damit auf einer Unkenntnis auch innerhalb des Klerus, diegelinde gesagt- frappierend wirkt. So mußte ich einmal bei einer Einhebung in ei-nem Weinbaugebiet folgendes erleben: In einer Pfarrkirche, in deren Einzugsgebietbesonders viele Darstellungen des hl. Donatus von Münstereifel zu finden sind-über diesen werden wir uns ja noch unterhalten-, fiel mir eine schöne Konsolen-figur des genannten Weinbau- und Wetterpatrons auf; als ich den Pfarrherrn dies-bezüglich interviewte, bekam ich zur Antwort: ,, Donatus- wer ist das?"

Tröstlicherweise jedoch scheint derlei( noch) nicht die Regel zu sein.

Wenn man ein religiös- volkskundliches Thema aus Oberösterreich in Angriffnimmt, geziemt es sich doch wohl, mit einer Reverenz vor dem Landespatron zu be-ginnen, das heißt also in concreto, den ersten Abschnitt dem hl. Florian zuwidmen.

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