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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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sichten verschiedener Bauten, die restlichen 142 Zeichnungen geben Details der Be-malung der Häuser wieder. Hugo von Preen hat sich das Vervielfältigungsrecht vor-behalten, bevor er seine Blätter dem Oberösterreichischen Landesmuseum zur Ver-fügung stellte, und daher gibt es nun von vielen Nummern drei Zeichnungen: eine inLinz, eine im Braunauer Heimathaus und eine in der Sammlung Bernhard Ludwig.Hugo von Preen nannte seine Aufnahmen selbst Bauernhausverzierungen; wasmuß man sich darunter vorstellen?

Das Substrat für die Verzierung mit Bemalung und Schnitzerei bildete das anden alten Wohnhäusern und Stadeln des Innviertels fast ausschließlich verwendeteHolz. Bemalt waren die Träger in ihren verschiedenen Funktionen( Schrot- oderDachträger), Kragbalken und Spanriegel, Tore und Türen, Fensterumrahmungen,Schrote, Staubladen, Giebel und Hirnbretter.

All diese Bemalungen haben die beiden Forscher in 85 Orten an 132 Objektenim Innviertel und in 17 Orten an 18 Objekten im Rottal( Bayern) festgehalten. Dazuexistiert noch das Material, das Dr. W. Gärtner sammelte er veranlaßte sei-ne Schüler, in der Umgebung Rieds ähnliche Objekte zu finden und abzuzeichnen.All diese Entdeckungen wurden zu Fuß gemacht und es entlockte mir( undwahrscheinlich allen meiner Generation) ein Lächeln, als ich eine Stelle in PreensAufsatz über die Bauernhausverzierungen fand: Dank meinem Rad ist jetzt in kur-zer Zeit das Material so angewachsen, daß an den Schluß der Arbeit gedacht werdenkonnte. Wer war nun Hugo von Preen, der zuerst zu Fuß und dann mit dem Rad dasInnviertel durchforschte: Er war doch einer der Pioniere der Volkskunde in Ober-Österreich.

Er wurde am 25. Mai 1854 im Innviertel auf dem Sitz Osternberg bei Braunau,der seinem Vater gehörte, geboren. Er wurde nach einer in Osternberg verlebtenKindheit in eine adelige Privatschule in Weinheim( Baden) geschickt, die damals in-ternationalen Ruf hatte. Hier erhielt er im Unterricht und auf vielen Ausflügen insbadische Land die ersten heimatkundlichen Anregungen. Aber auch sein künstleri-sches Talent blieb nicht unentdeckt, so daß sein Zeichenlehrer dem Vater riet, ihnKünstler werden zu lassen. Nachdem auch andere Persönlichkeiten die künstlerischeLaufbahn angeraten hatten, gab der Vater endlich nach, und Hugo von Preen gingnach München, zuerst ans Polytechnikum, dann an die Akademie, an der er zehnJahre verblieb. Seine Lehrer waren Ludwig von Loefftz, Alexander Strähuber undvor allem Wilhelm Lindenschmidt. Sein Hauptgebiet war die Landschaftsmalerei.

Schon vom Anfang der achtziger Jahre datierten seine ersten Bemühungen umdie Erfassung der Innviertler Volkskunde. Zu dieser Zeit grub er im Auftrage derGilgenberger Feuerwehr am Gansfuß Gräber aus der Hallstattzeit aus. Ihm verdan-ken wir z. B. den ,, Uttendorfer Goldfund" und ein Fürstengrab aus der Hallstatt-zeit. Durch seine häufige Anwesenheit auf dem Lande, besonders in der Gilgenber-ger Gegend, wurde er sozusagen mit der Nase auf alles Volkskundliche gestoßen.Die Anregung, sich mit dem Innviertler Bauernhaus, seiner Einrichtung und seinemSchmuck zu beschäftigen, erhielt er von seinem Lehrer Max Schlickinger, der die ar-chivalischen Belege zur Lokalisierung des ,, Meier Helmbrecht" auf den Helm-brechthof in der Gilgenberger Gegend erbracht hat. Hugo von Preen nahm an die-sen Entdeckungen lebhaften Anteil und schon in diese Zeit der ersten GilgenbergerGrabungen fallen seine Zeichnungen vom Kastenbergergut, einem besonders reichverzierten Bauernhof dieser Gegend, die den Anfang zu einer systematischen Auf-

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