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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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42. ,, Gsöderschaff( Sodkufen)": zum Mischen von Rüben, Erdäpfeln, Speise-resten und warmem Wasser als Futter für die Milchkühe. Behältnisse wie ,, Sechter"und ,, Schaffeln" wurden selbst hergestellt und waren daher wenig wert; dies istwohl der Grund, daß Schultes das hier übliche Säschaff 55) bei den ,, Geräthen zurBearbeitung der Gründe" nicht erwähnt.

43. ,, Milchschäff( Milchkufen)"; 44. ,, Milchsieb"; 45. ,, Rührkübel( Rühr-kufen)" vor Einführung der Zentrifugen waren diese Geräte zum Absetzen, Reini-gen und Bearbeiten des Rahms unbedingt notwendig.

46-67; 73-75: auf die folgenden Geräte( Küche und Kochen, Möbel, Bett-und Tischwäsche) kann hier nicht eingegangen werden. Bis in unser Jahrhundertwaren Rauchküchen( und deren Inventar) bekannt 56), wobei aufgrund behördlicherVorschriften Rauchfänge schon sehr früh gemauert werden mußten( und ab 1808 er-ste Sparherde nachweisbar sind 57). In Verbindung damit standen die Backöfen inder Küche( im Raum von Goisern gab es aber auch Backöfen außerhalb des Wohn-gebäudes), in denen man z. T. bis 1945 das Brot buk.

68. ,, Schottentuch": da heute noch vereinzelt ,, Schotten"(= Topfenkäse) her-gestellt wird, braucht man auch noch die Tücher dafür. Waren diese früher aus grobgewebtem Stoff, so verwendet man jetzt Windeln, welche die Feuchtigkeit besseraufnehmen.

69. ,, Getreidesäcke": solange Getreide gebaut wurde, unbedingt notwendig.Früher mit eingesticktem Monogramm.

70. ,, Spinnräder"; 71. ,, Haspel": hier gab es unterschiedliche Formen in Hin-blick auf die Spindel. Man verwendete je eines für Wolle, Flachs und Hanf. Wennüberhaupt, wird heute nur noch Wolle versponnen.

72. ,, Haarhechel": solange Flachs und Hanf angebaut wurden, benötigte manHecheln zur Trennung von langen und kurzen Fasern mittels unterschiedlich feinerStacheln 58).

76. ,, Krauthobel samt Messer"; 77. ,, Krauthackmesser"; 78. ,, Krautbottich":wenn auch der Krautanbau zurückgegangen ist, sind alle drei Geräte bekannt und inVerwendung: das Hackmesser bei der Ernte, der Hobel zur Zerkleinerung und derBottich zur Aufbewahrung. Letzterer sollte Holzreifen haben, da die Säure Eisenrei-fen zu schnell zerstört.

79. ,, Körbe": aus Weiden geflochtene Körbe( zu Transporten aller Art) werdenzwar noch genommen, aber nicht mehr selbst angefertigt.

80. ,, Getraidmaẞ, von einem halben Metzen": ein Metzen, 62 Liter fassend 59),war das für Getreide verwendete und heute völlig abgekommene Hohlmaẞ. ÄltereBauern vermögen sehr wohl zu sagen, wieviel Kilogramm ein Metzen war( 36 kgWeizen, 28 kg Roggen...).

81. ,, Kerzenleuchter; 82. ,, Laternen": neben Spanleuchten waren Unschlitt-kerzen und Laternen für diese gebräuchlich. Es folgten Glaskugeln und Blechlam-pen für Öl und schließlich die bis zur Elektrifizierung übliche Petroleumlampe 60).

83-89: Am Ende der Aufzählung stehen Werkzeuge wie Säge, Bohrer, Reif-messer, Klampfen, Ketten und Hacken, die alle heute noch gebraucht werden.

Wenn man abschließend die gewiß nicht vollständige, aber doch recht auf-schlußreiche Aufzählung von Schultes überblickt, so kann man feststellen, daß trotzaller Änderungen( die H. Pramesberger für Goisern eindrucksvoll dargestellt hat 61)fast sämtliche Geräte in unserem Jahrhundert noch verwendet wurden und- sofer-ne sie nicht überhaupt noch in Gebrauch stehen zumindest älteren Gewährsleuten

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