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Volkskultur : Mensch und Sachwelt ; Festschrift für Franz C. Lipp zum 65. Geburtstag
Entstehung
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Die dauernde Arbeit an einem großen Museum, an einer so bedeutenden Abtei-lung hat Lipp nicht davon abgehalten, sich auch bei allen anderen Unternehmungendes Landesmuseums zumindest zu beteiligen. War es doch in unseren Jahren endlichBrauch geworden, daß historische und kunsthistorische Ausstellungen nunmehrauch eine volkskundliche Note bekamen, zumindest durch einen Beitrag der Volks-kunde erläutert wurden und werden. Da hat Lipp etwa die Ausstellung ,, Kunst derDonauschule" durch einen wichtigen Beitrag ,, Volksart und Volksfrömmigkeit"1967 bereichert, und im Katalog der Ausstellung ,, Der oberösterreichische Bauern-krieg" 1976,, Die materielle und geistige Kultur der oberösterreichischen Bauern um1626" dargestellt. Solche Arbeiten sind nicht ohne den Hintergrund der vielen reinvolkskundlichen Arbeiten zu verstehen, die Lipp nicht zuletzt durch die Betreuungder mächtigen Bücher des Malers Max Kislinger geleistet hat. Dort ist die Volks-kunst im Lande Oberösterreich in eigenständiger graphischer Gestaltung vorgestelltworden, und Lipp hat darauf mit seinen Einführungen und Nachwörtern beachtli-chen Einfluß gehabt. Er ist sicherlich auch dadurch einmal mehr mit den Künstlerndes Landes in Berührung gekommen, von denen er so manchen besonders geschätztund gefördert hat. Aber auch die früheren und späteren Sammler der Volkskunstsind ihm dabei vertraut geworden. Einem der Begründer der sammlerischen Volks-kunde im Lande, nämlich Anton M. Pachinger, hat er 1970 eine köstliche Studie ge-widmet. Von seiner Beschäftigung mit der Sammlung Spiegl war schon die Rede.Zeitgenossen wie Gertrud Wimmer- Brunner in Lambach hat er einen bewegtenNachruf gehalten, und den Schnitzer und Zeichner Hans Mairhofer- Irrsee 1969 ineiner eigenen Ausstellung herausgestellt. Das ist ein Teil von Lipps lebendigem Wir-ken, der nur andeutungsweise in Veröffentlichungen zur Geltung kommen kann,und sicherlich auch mit der ganzen anderen Ebene seiner Wirksamkeit, mit dem,, Heimatwerk" in engster Verbindung steht. Der ersten, der beruflichen Ebene da-gegen gehören Lipps Bemühungen um die anderen Museen im Lande ob der Ennsan. Er hat sich tatkräftig für die Sache der Freilichtmuseen eingesetzt, hat aber loka-le Einzeldarstellungen dieser Art sehr gefördert, so daß das ,, Mondseer Rauchhaus"geradezu zu einer der Signaturen seines Wirkens gehört. Aber auch andere Samm-lungen wie das Webereimuseum in Haslach oder das Schiffahrtsmuseum im SchloßGreinburg konnten mit seiner tätigen Mitwirkung rechnen. In manchen Fällen hat erdabei auch über die Landesgrenzen hinausgegriffen, und beispielsweise überaus tä-tig die Wiedererrichtung eines oberösterreichischen Vierkanters im ÖsterreichischenFreilichtmuseum in Stübing bei Graz erwirkt. Ein solches gesamtösterreichischesMuseum wäre ihm wohl ohne die bauliche Bezeugung einer Hauptleistung des ober-österreichischen Bauerntums nicht vollständig erschienen.

Es steht aber wohl noch anderes dahinter. Lipp hat sich schon bei Haberlandtin Wien und bei Geramb in Graz mit dem Bauernhaus beschäftigt, das Gebiet istihm immer präsent geblieben. Die starken Beziehungen zu Eduard Kriechbaum inBraunau, dem bedeutenden Darsteller der oberösterreichischen Bauernhausland-schaften, wie zu dem Architekten Rudolf Heckl haben sicherlich dazu beigetragen,daẞ Lipp die Bauernhausforschung stets mitbetrieb, von den Wurzeln historischerArt ausgehend, wenn er sich zu ,, Hallstatt- Blockhaus und Dachstein- Almhütten"1976 äußerte, aber auch hausbrauchgeschichtlich, wenn er sich schon früh und in-tensiv mit ,, Firstsäule und Firstbaum in der Überlieferung des Mondseelandes"1948 beschäftigte. Das ,, Rauchhaus", die ,, Bauernburgen", das waren Themen vongroßer Eindringlichkeit, die ihn immer wieder beschäftigten. Aber mehr als andere