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Zensurierte Bildergrüße : Familienfotos russischer Kriegsgefangener 1915 - 1918
Entstehung
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Für Offiziere und serbische Gefangene blieb dieKorrespondenz zunächst unbeschränkt. Ein weitererAbschnitt im Dienstbuch betraf die Korrespondenzinnerhalb der Monarchie: Der briefliche Verkehrzwischen Kriegsgefangenen, die in verschiedenenKriegsgefangenenlagern und Offiziersstationen fürKriegsgefangene untergebracht sind, dann der Verkehrzwischen Kriegsgefangenen und im Inlande wohn-haften eigenen und fremden Staatsangehörigen istverboten." 5

rung und Ausscheidung der Postsendungen fürKriegsgefangene der Arbeitspartien eingesetzt.Die Kriegsgefangenen vollführten die Arbeit unterAufsicht und in Verbindung mit der Evidenz, wobeiein häufiger Wechsel durch Austausch und Abkom-mandierung die Folge war.8

Im allgemeinen waren für einen russischen Kriegsge-fangenen zwei Briefe oder vier Postkarten im Monatzugelassen. Nach den Siegen in Galizien und Polen imAugust 1915 erhöhte sich die Gefangenenzahl dann

Kriegsgefangene in ihren Unterkünften im Lager Purgstall.Österreichisches Staatsarchiv( Kriegsarchiv), Wien.

Auch die Zensur folgte den Richtlinien der Behörde.Hierzu wurde eine Erfassungsstelle eingerichtet:, Wegen der großen Zahl Kriegsgefangener in denGefangenenlagern und wegen Mangels sprachkundi-gen Personals in den Sanitätsanstalten wird die Zensurder Korrespondenzen der Kriegsgefangenen und ihrerAngehörigen beim Gemeinsamen- Zentralnachweisbu-reau, Auskunftsstelle für Kriegsgefangene, Wien I.,Tuchlauben 8, Zensurabteilung, konzentriert. DieKommandos der Kriegsgefangenenlager, Offizierssta-tionen und Sanitätsanstalten, senden täglich die Post-sendungen der Gefangenen an die Zensurstelle."Die Postmanipulation" gliederte sich in eine Postab-teilung mit dem brieflichen Ein- und Auslauf und ineine Paketabteilung. Dieser oblag die Paketausgabe andie Kriegsgefangenen im Lager und die Nachsendungeingehender Pakete an die außerhalb arbeitendenKriegsgefangenen. Die beim Lagerbau Purgstallbeschäftigten Kriegsgefangenen erhielten anfangs nurBriefpost. Monatlich wurden für die über 4.000Kriegsgefangenen bis zu 120 Karten und 15 Paketeentgegengenommen. Nach Beginn des eigentlichenLagerbetriebes in Purgstall, von Mai 1915 bis April1917, änderte sich das Bild. Der Posteinlauf vermehr-te sich um ein Vielfaches.' Der Evidenzoffizier über-nahm die Kriegsgefangenenpost. Zusätzlich wurdenHäftlinge sowie Mannschaften für die Neuadressie-

Postpaketbeförderung im Lager Purgstall.Österreichisches Staatsarchiv( Kriegsarchiv), Wien.

massiv, dementsprechend sah sich die Zensurabteilungvon Post überhäuft. Dies hatte zur Folge, daß dieKorrespondenz vorübergehend auf eine Karte pro Kopfund Monat herabgesetzt wurde. Offiziere durftenwöchentlich eine Karte und einen Brief in die Heimatschreiben. Die Kriegsgefangenen notierten ihre Grüßemeist auf Feldpostkarten, Ansichtskarten waren ver-boten. Dann gab das Rote Kreuz sogenannte Doppel-postkarten heraus, die das Verfahren vereinheitlichten.Schließlich wurden durch die Einführung der offiziel-len Doppelpostkarte mit rotem Rand und Lagerauf-druck sämtliche bisher benutzten Karten von derBeförderung ausgeschlossen. Bis Mitte 1916 bestandein Verbot für den Postverkehr der Kriegsgefangenenmit ihren Angehörigen in den besetzten Gebieten.

Die Briefpost aus Rußland wurde in der Evidenz-baracke nach Kriegsgefangenen- Regimentern sortiertund den einzelnen Regimentern zugestellt und dortverteilt. Die Post für die Kriegsgefangenen, die sichim Arbeitseinsatz befanden, wurde nach Umadressie-rung durch die Kriegsgefangenen- Regimentsschreiberwieder an die Evidenzkanzlei zwecks Sortierungnach den Arbeitsorten zur Weiterbeförderungzurückgestellt.'

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