Susanne Blaimschein, Christa Höllhumer, Judith Laister,Manfred Omahna, Graz
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Stadterfahrung und der Sinn fürs Wirkliche
Das Rhizom: Ein unterirdisches Wurzelgeflecht, das sich an manchenStellen verdichtet, verknotet, an die Oberfläche dringt und dadurch sicht-bar wird, stand Modell für unsere gemeinsame Arbeit. Wir beschäftigenuns mit unterschiedlichen Forschungsinhalten und Methoden, trotzdemergaben sich durch das Zuhören und das Kennenlernen der jeweils anderenArbeitsergebnisse signifikante Schnittpunkte, die sich in Gesprächen gera-dezu zwangsläufig zu rhizomorphen Knoten verdichteten. Ein Rhizom hatkeinen Anfang und kein Ende, es gibt auch Sackgassen- nicht jeder Wur-zelstrang verbindet sich mit anderen und bringt ein Ergebnis. Das zu wis-sen, ist beruhigend und wissenschaftsmethodisch durchaus sinnvoll. ,, Seidnicht eins oder viele, seid Vielheiten!"( Deleuze/ Guattari).
Dualismus...
... Das duale Denken ist der Jugend' fremd.
,, Die Austauschbarkeit des Schönen und Häßlichen in der Mode, derLinken und der Rechten in der Politik, des Wahren und Falschen in allenBotschaften der Medien, des Nützlichen und Unnützen auf der Ebene derGegenstände, der Natur und der Kultur auf allen Ebenen der Signifikation"( Baudrillard in„ Der symbolische Tausch und der Tod"): dies allesmanifestiert sich sehr deutlich, wenn man Jugendliche zu ihren Lebens-einstellungen und-umständen befragt. Aber auch Rausch und Realität,
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