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Urbane Welten : Referate der Österreichischen Volkskundetagung 1998 in Linz
Entstehung
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Religiöse Rituale im Wien der neunziger Jahre

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Interessant erscheint, daß es in drei Pfarren am Karfreitag keine Kom-munionfeier mehr gibt, eine inoffizielle und sinnvolle liturgische

Anregung.

Das Ratschen in der Stadt geht zurück. 1990/91 gebrauchten 20% dieLärmgeräte. Jetzt sind es fünf Pfarren weniger.

Der Beginn der Osternachtfeier hat sich verschoben, fünf Pfarren fei-ern jetzt am Ostersonntagmorgen statt am Samstag abend, bei zwei ist dasGegenteil der Fall.

Angaben zu Taufen( 17,3%;+ 3/-2), Osterkerzen mitnehmen( 71,8%;+6), Agape( 8%;+7), kleine Geschenke( 33%;+ 8/-4) und Osterspazier-gänge( 36,5%;+ 12/- 7) weisen steigende Tendenz auf.

Bei der Feier der Erstkommunion zeigt sich ganz charakteristisch, wiedie Gestaltung vom Engagement einzelner hier: ,, Tischmütter"abhängt. Der gemeinschaftlich- gesellige Aspekt wird betont( 86,5%;+ 4/-1). Kreuze sind nach wie vor die beliebtesten Andenken von den Pfarren( 67,3%;+8), manche schenken den Kindern auch Urkunden oder Bücher.Während die Maiandachten( 89,1%) etwas seltener(-3) gewordensind, schmücken zwei Pfarren jetzt wieder einen Maialtar.

Der weltliche Brauch des Muttertages( 35,9%) dringt zunehmend indie Kirche ein(+ 5/-1). Es gibt Geschenke und Ständchen als neue Bräu-che.

Das klassische religiöse Ritual mit repräsentativ- demonstrativen For-men ist der Umgang zu Fronleichnam.( 69,9%) Während er in den acht-ziger Jahren zum Abkommen verurteilt schien, erlebt er jetzt eine erstaun-liche Wiederbelebung: Etliche Pfarren begannen neu damit(+6), einigestellen wieder mehr Altäre auf. Es gibt mehr Feldmessen( 53,8%;+ 6/-3)und als weltliche Ergänzung--neue Pfarrfeste.

Zu Mariä Himmelfahrt nannten 1990/91 11,5% der Stadtpfarren eineKräuterweihe. 1997 ist diese Benediktion noch beliebter geworden(+ 6/-3).Dies entspricht vermutlich dem Trend zunehmenden Umweltbewußtseinsin bestimmten Schichten( Bewahrung der Schöpfung"), der Wiederent-deckung von Ritualen, Alternativmedizin und der auch in esoterischenKreisen beliebten

ken.

neuen Wertschätzung von Segen und guten Gedan-