Museen und Großstadt
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unbezahlbar!", so sehe ich die Duft- Komponente durchaus ins Positivegewendet.
Diese Eintragung zeigt aber auch, daß der gegenwärtig so oft geäußer-ten Forderung nach Anpassung der Museen als zusätzliche Angebotsortetechnisch- medialer und konsumorientierter Erlebniswelten, der Wunschnach Langsamkeit und Stille im Museum als Kompensation zu gerade die-ser lauten, schnellen, schrillen Außenwelt gegenüberstehen kann. Museenkönnen Erholungsorte mitten in der Stadt sein, Inseln der Kontemplation,Orte der Erhaltung, der Aufbewahrung, der Erinnerung, der Betrachtung,der Anregung, der Erkenntnis, der Interpretation und Kommunikation.Museen sollen nicht unbedingt mit Konsumtempeln und anderen Freizeit-einrichtungen konkurrieren wollen, denn sie werden hinsichtlich des Ver-gnügungswertes nicht so gut sein können wie jene, weil sie nicht als sol-che konzipiert waren. Allerdings muß man dann auch die Stärke aufbrin-gen, eine solche Haltung zu vertreten, denn es erfordert Kraft etwas wahr-zunehmen, was nicht im Trend liegt.
Eine andere Besucherbuch- Glosse vermag das Augenmerk auf einenweiteren Gesichtspunkt zu richten, der mit der hypothetischen Rekon-struktion von Kontexten, wie sie von Besuchern im allgemeinen geschätztwerden, zusammenhängt. Am 21.11.1996 forderte nach dem Besuch desÖsterreichischen Museums für Volkskunde jemand, wieder auf die Aus-stellungsweise vor dem Umbau zurückzugehen, da die wunderschönenBauernmöbel in den früheren Möbelstuben und Bundesländerräumen bes-ser zur Geltung gekommen seien. Dieser Wunsch nach Rekonstruktion alsfür wirklich gedachter und regional verortbarer Lebenszusammenhänge,weist auf die Suche nach vorgefertigten Bildern hin, die Sicheres undBekanntes vermitteln. Die Bauernstube in der städtischen Wohnung kanneine ähnliche Funktion erfüllen. Die museographisch überholte Idee derperiod rooms und Epochensäle³2 und Nachbildungen von historischemAmbiente werden in Wien auch an anderen Stellen eingemahnt. Die zu denMuseen der Stadt Wien zählenden Musikergedenkstätten wurden von derArchitektin Elsa Prochazka mit minimalistischen gegenwärtigen statt üppi-gen zeitgenössischen Möbeln ausgestattet. Während die Gedenkstätten ineinem renommierten amerikanischen Architekurjournal eine beispielge-bende Erwähnung finden 33, wurden sie in Wien Zielscheibe erbosterKritik.