Andrea Euler, Linz
Big Mäc& Co contra Wirtshaus
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,, Die gewöhnlichen Unterhaltungen der Linzer sind dieselben wie inallen Städten von ungefähr gleicher Größe, nur in Vegleichung mit demnördlichen Deutschland mit dem Unterschiede, daß man hier mehr spielt,in Linz mehr iẞt", stellte der Biedermeier- Reiseschriftsteller Heinse fest.So laßt uns in ihre Töpfe schauen und vor allem sehen, womit sie gefülltsind und wo sie stehen.
Nach einer„, Statistik über die Verpflegungssituation der Erwerbstäti-gen in der BRD im Jahr 1973" essen 50% außer Haus.² Mir sind keine Zah-len bekannt, aber die Vermutung drängt sich auf, daß ihr Anteil nun, 25Jahre später, auch in Österreich wohl noch weit darüberliegt, denn indivi-duelle Essenszubereitung in den( stark gestiegenen) Ein- Personen- Haus-halten gilt als zu arbeits- und kostenintensiv, Gleitzeit ermöglicht Arbeits-zeitersparnis durch kürzere Mittagspausen, Kantinenessen genügt denindividuellen Ansprüchen nicht, etc...
Untersucht werden soll also die gastronomische Situation in Linzinnerhalb der Jahrzehnte nach dem 2. Weltkrieg.³
Zur Einleitung sei gesagt, daß die Beschaffung von Listen aller gastro-nomischen Einrichtungen in Linz auf unerwartete Schwierigkeiten gestos-sen ist, denn entweder werden nur die Inhaber von Konzessionen ver-merkt, Betriebe werden auf Grund einer Kategorisierung mehrfach aufge-listet oder es sind gar keine Verzeichnisse vorhanden. So mußte nach eini-gen erfolglosen Versuchen auf die Linzer Telefonbücher ab 1948 zurück-gegriffen werden; und zwar wurden sowohl die Berufs- und Branchenver-zeichnisse, als auch die alphabetischen Namenseintragungen ausgewertet.4