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Wolfgang Slapansky
ge- und vor allem Wiegeautomaten.(...) Sie gedeihen bemerkenswerterWeise nicht in der Stadt- machen einen Bestandteil der Ausflugsorte, derBiergärten in den Vorstädten. Und die Reise geht sonntagnachmittags nichtnur dahin, nicht nur ins Grüne, sondern auch zu den geheimnisvollenSchwellen. Verborgner waltet dieser gleiche Zauber freilich auch im Inte-rieur der Bürgerwohnung. Stühle, die eine Schwelle, Photos, die den Tür-rahmen flankier( en), sind verkommene Hausgötter und die Gewalt, die siezu beschwichtigen haben, trifft uns noch heute mit dem Klingeln ins Herz.Versuche man doch, ihr zu widerstehen. Allein, in einer Wohnung, einembeharrlichen Klingeln nicht zu folgen. Man wird finden, es ist so schwerwie ein Exorzismus."
Zum Abschluß noch ein Zitat zum Thema„, Mode", das beispielhaft undcharakteristisch für die Arbeit Benjamins ist:
,, Jede Saison bringt in ihren neuesten Kreationen irgendwelche gehei-men Flaggensignale der kommenden Dinge. Wer sie zu lesen verstünde,der wüßte im voraus nicht nur um neue Strömungen in der Kunst, sondernum neue Gesetzbücher, Kriege und Revolutionen." 7
So war Walter Benjamin einer, der seinen Blick an der Verwobenheitkultureller Erscheinungen der Großstadt schärfte, um die geheimen Flag-gensignale der Moderne zu dechiffrieren. Und ich denke, Flaggensignaleder Moderne zu erkennen und partiell einer Analyse zuzuführen, das muẞwohl auch die Aufgabe der Volkskunde sein. Und dazu bietet sich derWerkzeugkasten Walter Benjamins an.
' Brodersen, Momme: Spinne im eigenen Netz. Walter Benjamin. Leben und Werk. Bühl,Moos 1990, S. 12.
2 Benjamin, Walter: Gesammelte Schriften. Bd.IV.1. Frankfurt a. M. 1991, S. 309 f.Stierle, Karlheinz: Der Mythos von Paris. Zeichen und Bewußtsein der Stadt. München1998, S. 17.
Benjamin( wie Anm.2), S. 54.
> Ders.: Das Passagen- Werk. 2.Bd. Frankfurt a. M. 1983, S. 1035.
Ebda, 1.Bd., S. 283.
" Ebda, S. 112