Thomas Hengartner, Hamburg
Zur Wahrnehmung städtischer Umwelt
4 Anfänge
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Ortsbild
Hans Commendas„, Linzer Stadtvolkskunde“
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Linz ist, so erfahren wir von Hans Commenda, seit 1923 Großstadt.'Dennoch hat er sich ihrer als Volkskundler in einer 750 Seiten starken,zweibändigen Monographie angenommen:
,, Der wissenschaftlichen Volkskunde eröffnet sich in der Betrachtung einzelnerStädte ein neues, weites, ebenso zeitgemäßes wie dankbares Arbeitsfeld. Es seiausdrücklich betont, daß Linz keinen besonders begünstigten Sonderfall dar-stellte. Was hier möglich war, läßt sich gewiß auch in vielen anderen Städtendurchführen."
Dank Commendas„ Linzer Stadtvolkskunde" nimmt der Ort derTagung zu ,, Urbanen Welten" in der Geschichte der volkskundlichen Stadt-forschung einen besonderen Platz ein, stand doch das in den Jahren 1958und 1959 erschienene Werk in der Forschungslandschaft der Zeit langerecht einsam da. Grund genug bereits für Commenda, sein Anliegen miteinem starken Argument zu legitimieren. Programmatisch hält er zuBeginn seiner Arbeit fest:
,, Gut drei Viertel der Bevölkerung Österreichs leben heute bereits in der Stadt,kaum noch ein Viertel wohnt auf dem Lande. Nun wird wohl niemand behaup-ten wollen, daß die drei Viertel Städter nicht zum österreichischen Volkegehören. Wer also das Volk Österreichs betrachtet, muß sich unbedingt auchmit der Stadtbevölkerung befassen, sonst bleibt sein Werk nur Stückwerk." 3