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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
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Schlaf und Ordnung

Unfertige Betrachtungen eines nächtlichen Kontinents

Utz Jeggle

Klaus Beitl hat eine Vorliebe für die Verknüpfung von menschlichen Kontakten.Mit Wiener Charme, aber ohne Egozentrismus genießt er es, Kommunikationsagent zusein, es geht ihm um das Netzwerk, wie man heute sagt, aber auch um die schmaleKante von wissenschaftlicher Ordnung und genialem Wursteln. Dieser Grenzstelle willich mich aus einer etwas anderen Richtung ebenfalls zuwenden, als Dank für diewundersamen Begegnungen in Paris' und für die noblen Tröstungen anläßlich geschei-terter Karriere- Träume.

Der Schlaf ist einer der unerforschten Kontinente der Empirischen Kulturwissen-schaft. Die Frage ist, ob sie voller Entdeckerfreude damit nicht wieder einmal offeneTüren einrennt und ein Thema anpackt, das längst kolonisiert ist und in anderenwissenschaftlichen Disziplinen bereits mit großem Aufwand und differenziertem Er-kenntnisinteresse untersucht wird. In Amerika gibt es jedenfalls mehr als eine wissen-schaftliche Zeitschrift, die sich ausschließlich mit Schlafforschung beschäftigt.² Auchin Tübingen gibt es mit Henner Giedke einen renommierten Psychiater und Schlaf- For-scher, der über die neurologischen Bedingungen und Erscheinungen des Schlafs genauBescheid weiß, wie der Schlaf funktioniert, welche Aufgaben er für das Gehirnübernimmt, wie lange und wie tief die einzelnen Schlafzonen sind. In unzähligenVersuchen im Schlaflabor wurden verschiedene Schlaf- Phasen entdeckt, die zeigen,daß der Schlaf kein einheitlicher Zustand ist, sondern daß es sogenannte slow- wave-Phasen gibt, die in einem Elektroenzephalogramm( EEG) durch langsame rhythmische

1 Die permanente Kulturhauptstadt der Welt, Paris, ermöglichte auch diesen Aufsatz. Bei anregenden Promena-den und in den lichten Räumen der Maison Suger fand ich die Zeit, um den Text zu denken und zu formulieren.Dank an Maurice Aymard und Jean- Luc Lory!

2 Fridtjof Naumann hat freundlicherweise bibliografiert und dabei drei Periodica ausfindig gemacht: Sleepresearch. University of California, LA, seit 1972; Advances in Sleep research. Flushing, NY, seit 1974; Sleep.Rochester, Minn, seit 1978.

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