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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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VERA MAYER

,, Armen- Leute- Image" weg zu kommen. Vor allem in den sechziger und siebzigerJahren, bis zu der Energiekrise hat man überdimensional gebaut. Teilweise wurde dieserTrend durch die Wohnbauförderung forciert. In den siebziger Jahren war das doppelteWohnbaudarlehen für ein Zweifamilienhaus günstiger als für das Einfamilienhaus.Großräumige Wohnungen wurden aber auch wegen der Fremdenzimmer errichtet.Wichtig ist aber vor allem das vorhandene große Potential an Baulandreserven imBurgenland, im Vergleich etwa zu den westlichen Bundesländern und Wien.

Sozioökonomischer Strukturwandel

Die bauliche Entwicklung ist ein wichtiger Indikator des sozioökonomischenWandels. Die Statistik vermittelt sehr eindrucksvoll den Wandel des Burgenlandes vomreinen Agrarland zum Standort von Dienstleistungsunternehmern: Im Jahr 1951 gab esim Burgenland 95.000 Vollerwerbsbauern, im Jahr 1991 waren nur noch 10.700Berufstätige in der Land- und Forstwirtschaft registriert( Vollerwerbsbauern). Dieüberwiegende Zahl der Berufstätigen ist heute im Dienstleistungssektor tätig. EineTendenz, die in ganz Österreich und Europa zu beobachten ist.

Dementsprechend hat sich im Burgenland auch die Hausstruktur verändert. ImJahr 1961 waren 45% aller Wohngebäude Bauernhäuser, und 51% wurden aus-schließlich zu Wohnzwecken benützt. Im Jahr 1991 wurden bereits 87% aller Gebäudeüberwiegend zu Wohnzwecken genützt. Der Rückgang der Landwirtschaft wird nochdeutlicher bei der Betrachtung der Wohnungsstatistik nach der Stellung des Haushalts-vorstandes: Im Jahr 1991 waren von den insgesamt 93.000 Wohnungen nur in 4.000Fällen die Haushaltsvorstände in der Land- oder Forstwirtschaft tätig, das sind 4%. ImJahr 1961 waren 32% der Haushaltsvorstände in der Landwirtschaft tätig. Hoch ist imBurgenland mit 42% der Anteil von Pensionisten und Rentnern, bundesweit sind es nur37%.

Die Stellung im Beruf( Arbeiter, Landwirt, Beamter usw.) und das Einkommenwaren früher wichtige Variablen in Sozialraumanalysen; heute können sie aber kaumdie Struktur unserer postindustriellen Gesellschaft charakterisieren. In der heutigen Zeitder Individualisierung und gleichzeitigen Pluralisierung der Lebensstile sind neueGesellschaftsgruppen im Entstehen, die vielmehr durch eine Vermischung von sozia-lem Status und Lebensstilen zu charakterisieren sind.

9 ÖSTAT. Ohne familieneigene Arbeitskräfte und Nebenerwerbslandwirte.

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