KLAUS ROTH
Restaurants) begrenzt und zudem selektiert und an die lokalen Geschmackspräferenzenadaptiert45.
6. Dinge als Zeichen: Kommunikation mithilfe von Dingen
Steht bei der Nutzung der Artefakte als Objekte die Beziehung zwischen Menschund Ding im Mittelpunkt, so geht es bei der Nutzung der Dinge als Zeichen um diekommunikative Beziehung zwischen Menschen. Die Erkenntnis, daß alles zum Zei-chen werden kann, gilt natürlich auch für Dinge: Sie werden alltäglich als Zeichen zumAustausch von Bedeutungen eingesetzt und fungieren in Zeichenprozessen als Elemen-te impliziter oder expliziter Codes. Die den Dingen enkodierten Botschaften sind aberin hohem Maße arbiträr und kulturabhängig. Angesichts der äußeren Gleichheit oderÄhnlichkeit der Artefakte wird dieses oft nicht erkannt, was bei interkulturellenInteraktionen zu Fehlattributionen und Mißverständnissen führen kann.
Es ist für die Interkulturelle Kommunikation hilfreich, zwischen zwei Arten vonzeichenhafter Nutzung der Dinge zu unterscheiden, doch sind die Grenzen fließend.
a) Zum einen können Dinge als quasiverbale Kommunikation benutzt werden,indem sie als denotative Aussage, als Signal, als Appell oder Handlungsaufforderungdienen. Die Anordnung der Zimmer und Möbel ebenso wie die Stellung des Chefsesselsoder die durch die Position der Stühle festgelegte Sitzordnung geben den Beteiligtensehr eindeutige Signale, wo sie sich( und wo sie sich nicht) hinzusetzen haben; dasGleiche gilt für die dem Geschäftspartner gereichte Zigarette, das Schnapsglas, dieTeetasse, den Spucknapf oder das Handtuch. So klar die Signale für den Eingeweihten,so verwirrend können sie für den Fremden sein: Das dem Geschäftsmann zugereichtevolle Schnapsglas kann über die Aufforderung zum Trinken hinaus auch die nichtauszuschlagende Aufforderung zu einem Toast auf die Gastgeber bedeuten; und das voroder nach dem Essen gereichte Handtuch muß möglicherweise nicht so sehr alsfreundliche Aufmerksamkeit denn als Aufforderung zu einer notwendigen rituellenReinigung aufgefaßt werden.
Um eine besondere Variante dieser Kommunikation handelt es sich, wenn Abbil-dungen von Objekten als ikonische Zeichen in der internationalen Verständigungeingesetzt werden, wie dies in dem touristischen Bildwörterbuch ,, Point It" 46 der Fallist, das in der Tradition der Bildlexika steht.
45 Vgl. Tolksdorf, Das Eigene( wie Anm. 38); James, Allison: Cooking the Books: Global or Local Identities inContemporary British Food Cultures? In: Howes, David( Hg.): Cross- Cultural Consumption. London, NewYork 1996, S. 77-92.
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