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Netzwerk Volkskunde : Ideen und Wege ; Festgabe für Klaus Beitl zum siebzigsten Geburtstag
Entstehung
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PHONIX AUS DER ASCHE

Nutzungszeit als Museum, den Ost- und Westflügel. Der regelmäßige Grundriß desKlostergevierts wird durch verschiedene Anbauten ergänzt, die zum Teil aus spätererZeit stammen.

Der Innenraum des Klostergebäudes ist geprägt von langen Gängen, die nurbedingt als Schauflächen genutzt werden können und durch eine Kleinräumigkeit, dieauf die alte Zellenstruktur des Klosters zurückgeht. An der Nordseite des Klosterge-bäudes, durch einen schmalen Hof von diesem getrennt, steht ein Ergänzungsbau ausden dreißiger Jahren mit der ehemaligen Gerätehalle und dem Trachtensaal, zweiSchauräumen, die 1938 eröffnet wurden. Die Gerätehalle ist seit Mitte der achtzigerJahre allerdings nicht mehr der Typologie der Ackergeräte gewidmet, sondern dientseither als Sonderausstellungs- und Transitraum. Die Funktion des Trachtensaales wirdan anderer Stelle noch näher erläutert.

Die knapp 1000 Schaufläche des künftigen Museums verteilen sich auf einenRundgang durch zwei Geschoße des Hauptgebäudes der alten Klosteranlage, eine neuzu schaffende Verbindung mit dem Nebengebäude und den Trachtensaal.

Die Charakteristik der in über acht Jahrzehnten gewachsenen Sammlung desVolkskundemuseums in Graz besteht darin, daß sie rund ein halbes Jahrhundert langdie einzige innerhalb des Landesmuseums war und somit ein breites Spektrum anSachgebieten abzudecken hatte. Erst in den fünfziger bzw. sechziger Jahren kamen mitden Abteilungsgründungen in Trautenfels und Stainz regionale und thematischeSchwerpunkte hinzu. Das Landschaftsmuseum Schloß Trautenfels dokumentiert denNatur- und Kulturraum des Ennstales und im Schloß Stainz wurde als Nachwirkungder Landesausstellung ,, Der steirische Bauer" eine volkskundliche Sammlung fürArbeit, Nahrung und Wirtschaft ins Leben gerufen, vorübergehend als Außenstelle desVolkskundemuseums aufs engste mit diesem verbunden, inzwischen als ,, volkskund-lich- landwirtschaftliche Sammlung" eine selbständige Joanneumsabteilung.

Bei der Neuplanung für Graz sollte also das Stainzer Sammlungsthema ausge-klammert werden, was zweifellos einen beträchtlichen Anteil vor allem der alten GrazerSammlungsbestände ausmacht. Viktor Geramb, der Gründer und langjährige Leiter desMuseums in der Paulustorgasse, hatte in zahlreichen Sammlungswanderungen in denersten Bestandsjahren des Museums die aus der kunstgewerblichen Abteilung über-nommenen Bestände durch Objekte aus der bäuerlichen Lebens- und Arbeitsweltbereichert und nach und nach sein Programm einer ganzheitlichen Darstellung derLebensweise der ländlichen Bevölkerung der Steiermark verwirklicht. In seiner Be-trachtungsweise der Objekte unterschied er sich von den meisten Zeitgenossen, indemer bereits stark die funktionalen Aspekte und sozialen Hintergründe einbezog und sichnicht auf Volkskunst beschränkte. Er kann somit als ein früher Vertreter der Darstellungvon Alltagskultur im Museum angesehen werden.

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