Preßburger und Wiener Volkskunde-Kontakte zweier Generationen. Ein Dialog
Gabriela Kiliánová und Soňa Kovačevičová
Soňa Kovačevičová' und Gabriela Kiliánová² folgten dem Motto der FestschriftKlaus Beitls ,, Netzwerk Volkskunde" und führten ein Gespräch über fachliche Bezie-hungen zwischen österreichischen und slowakischen Forschern im 20. Jahrhundert.
G. K.: Kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs- es war gleich am Anfang desJahres 1990- besuchten einige Mitarbeiter des Instituts für Ethnologie der Slowaki-schen Akademie der Wissenschaften in Bratislava( und Sie waren auch unter ihnen) dieKollegen/ innen in Wien. Es handelte sich ganz konkret um einen Besuch im Österrei-chischen Museum für Volkskunde in der Laudongasse und auch in dem damals nochexistierenden Institut für Gegenwartsvolkskunde der Österreichischen Akademie derWissenschaften in demselben Gebäude, das die Partnerinstitution des slowakischenInstituts bildete. Die österreichischen und slowakischen Volkskundler/ innen eröffneten
1 Soňa Kovačevičová( geboren 1921 in Liptovský Svätý Mikuláš, Slowakei) gehört zu den im Vordergrundstehenden slowakischen Volkskundlern/ innen der Nachkriegsgeneration. Sie war jahrelang die Projektleiterindes ethnographischen Atlasses der Slowakei( 1970–1990) im Institut für Ethnologie der Slowakischen Akade-mie der Wissenschaften in Bratislava. Sie widmete sich der Erforschung des Bauwesens, der Volkskunst und-bekleidung, dem Geschmack und den ästhetischen Normen überwiegend ruraler Bevölkerung. Ihr breitesSpektrum wissenschaftlicher Interessen ließ sie später ihre Aufmerksamkeit auch auf die Erforschung der Städte,der kulturellen Regionen in Mitteleuropa und der Minderheiten( die Deutschen in der Slowakei) richten. Siehat viele fachlichen Kontakte mit den Kollegen im Ausland aufrechterhalten, unter anderem auch mit denForschern in Österreich. Soňa Kovačevičová erhielt für ihre Forschungstätigkeit in der Heimat und im Auslandzahlreiche Würdigungen. Im Jahre 1982 erhielt sie den Johann- Gottfried- Herder- Preis im Fach Volkskunde.2 Gabriela Kiliánová( geboren 1951 in Bratislava, Slowakei) arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin imInstitut für Ethnologie der Slowakischen Akademie der Wissenschaften in Bratislava. Sie widmet sich derErforschung der mündlichen Überlieferung, der ethnischen und kulturellen Identität und der ErforschungMitteleuropas als einer historischen und kulturellen Region. Sie ist Mitbegründerin des Programms Europäi-scher Studien in der Academia Istropolitana Nova, im Institut für höhere Studien in Bratislava- Svätý Jur. Seit1990 beteiligt sie sich an verschiedenen internationalen Projekten, unter anderem auch mit österreichischenKollegen. Seit dem Studienjahr 1996/97 ist sie Gastlektorin am Institut für Volkskunde der Universität Wien.
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